Jens Kerstan (Bündnis90/Die Grünen, M), Senator für Umwelt und Energie in Hamburg, Rüdiger Sichau (l), Geschäftsführer Stadtreinigung Hamburg, und Michael Beckereit, technischer Geschäftsführer Wärme Hamburg GmbH, stehen vor einer Baustelle auf dem Gelände der Müllverwertungsanlage Borsigstraße (MVB).  Foto: Christian Charisius

Heiße Luft aus Müllverbrennung wird in Hamburg zu Fernwärme

Stand: 08.12.2021 14:13 Uhr

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) hat am Mittwoch ein bundesweit einzigartiges Wärmeprojekt vorgestellt. In der Müllverwertungsanlage Borsigstraße werden damit den Angaben zufolge pro Jahr 104.000 Tonnen CO2 vermieden.

Es geht um heiße Luft - genauer gesagt um die heiße Luft, die durch die Schlote der Müllverbrennung bisher ungenutzt in den Hamburger Himmel geblasen wird. Die Expertinnen und Experten von Wärme Hamburg und der Stadtreinigung sprechen von "erweiterter Wärmenutzung" und "Effizienzsteigerungsmaßnahmen". Konkret heißt das, die Wärme der Abluft wird genutzt, um die Fernwärmeversorgung des Heizkraftwerks Tiefstack umweltfreundlicher zu gestalten. Dazu wird an der Borsigstraße auch eine Pumpstation gebaut. 35.000 Haushalte in Hamburg sollen so mit klimaneutraler Abwärme versorgt werden.

Investitionen von rund 55 Millionen Euro

Die Investitionen in die Müllverwertungsanlage betragen rund 55 Millionen Euro. Sollte alles so wie geplant funktionieren, soll auch die Müllverbrennung am Rugenberger Damm entsprechend umgerüstet werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.12.2021 | 15:00 Uhr

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