Stand: 05.07.2020 17:17 Uhr  - NDR 90,3

Polizei erteilt Ex-BDK-Chef Hausverbot

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Im Mai 2018 tritt André Schulz als Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter zurück.

Wegen Betrugsvorwürfen darf der Hamburger Kriminalpolizist André Schulz vorerst nicht mehr arbeiten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit Frühjahr 2017, weil Schulz möglicherweise über Jahre zu Unrecht Gehalt kassiert hatte.

75.000 Euro zu Unrecht erhalten?

Der Erste Kriminalhauptkommissar Schulz war auch Vorsitzender im Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK). Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Schulz soll 2013 die Halbierung seiner Arbeitszeit beantragt haben, obwohl er gar nicht vorhatte, dem Tagesgeschäft überhaupt noch nachzugehen. Nach Medienberichten soll er so 75.000 Euro zu Unrecht kassiert haben.

Polizeimarke und -waffe wurden eingezogen

Die Personalabteilung der Hamburger Polizei hat laut einem Sprecher Ende Mai ein "vorläufiges Verbot der Dienstgeschäfte" eingeleitet. Schulz musste seine Polizeimarke abgeben und darf keine Dienststelle mehr betreten. Außerdem hat er keinen Zugriff mehr auf seine Waffe und muss sich einmal im Monat bei der Personalabteilung melden. Sein Gehalt bekommt der Kriminalbeamte aber weiter. Schulz hatte zuletzt an der Polizeiakademie gearbeitet.

Internes Disziplinarverfahren ausgesetzt

Neben der strafrechtlichen Ermittlung der Staatsanwaltschaft läuft auch ein Polizei-internes Disziplinarverfahren gegen ihn, welches aktuell aber wegen des anderen Verfahrens ausgesetzt ist.

Im Mai 2018 war Schulz als Vorsitzender des BDK zurückgetreten. Er zog damit die Konsequenzen aus den seit 2017 laufenden Ermittlungen wegen Betrugsverdachts.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.07.2020 | 16:00 Uhr

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