Stand: 21.10.2019 02:28 Uhr

Hasselhoff for President

von Anina Pommerenke

Ein David-Hasselhoff-Konzert ist mehr als einfach nur ein Konzert. Es ist die Huldigung des Hasselhoff-Universums von "Knight Rider" bis "Baywatch", von "Ooga-Chaka" bis zum Limbo-Dance. Es ist eine Verbeugung vor dem Mythos Hasselhoff und außerdem: eine riesengroße Party. Deswegen hat Hamburg sich herausgeputzt mit leuchtenden roten Schwimmbojen und blinkenden Lederjacken. Etwa 4.000 Konzertbesucher in der Arena rasten völlig aus, als Hasselhoff in der Mitte des Innenraums in einem goldenen Jackett in einen fast dreistündigen Konzertabend startet - mit Pause.

David Hasselhoff Fans.

David Hasselhoff in der Barclaycard Arena

Hamburg Journal -

Er wurde mit Fernsehserien wie "Baywatch" und "Knight Rider" bekannt: David Hasselhoff. In der Barclaycard Arena hat der 67-Jährige vor 4.000 Fans alte und neue Hits gespielt.

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Immer noch ein toller Hecht

Hasselhoff genießt gleich zu Beginn ein Bad in der Menge und lässt keinen Zweifel daran, was für ein toller Hecht er denn ist - natürlich immer mit einem Augenzwinkern, deswegen ist es auch irgendwie in Ordnung, wenn er sagt: "Mir gehörte 'Baywatch', ich kann sowieso alles machen". Er reißt den Ärmel seines T-Shirts hoch und zeigt ein "Hoff"-Tattoo auf seinem Oberarm. Hamburg jubelt! Auf einer großen Leinwand hinter ihm laufen Szenen aus den Fernsehserien "Knight Rider" und "Baywatch". Hamburg jubelt! Eigentlich hätte Hasselhoff auch zwei Stunden lang den "Baywatch"-Theme-Song spielen können und alle wären glücklich nach Hause gegangen.

Ein schmaler Grat zwischen Trash und Kult

Doch der Sänger setzt an diesem Abend auf einen Mix aus neuen und alten Hits. Gerade erst hat er sein 15. Studioalbum mit Coversongs veröffentlicht. Es ist fragwürdig, ob die Welt nun unbedingt eine Hasselhoff-Version von Neil Diamonds "Sweet Caroline" oder Udo Jürgens "Mit 66 Jahren" brauchte. Aber das Schöne ist: Alle kennen die Texte und können ordentlich mitgrölen. Auch mit Blümchen hat Hasselhoff eine Single aufgenommen, weshalb die Sängerin das Publikum an diesem Abend in neongelben Overknee-Stiefeln beehrt. In dem Lied geht es unter anderem um einen verärgerten Schneemann, der an die Tür klopft - es ist ein schmaler Grat zwischen Trash und Kult.

Party mit Schwimmbojen und Glitzerjackett

Schwimmbojen werden in die Höhe gestreckt

Während "The Hoff" es in der ersten Hälfte des Konzertes musikalisch auch mal ruhiger angehen lässt ("Einfach weil ich es kann"), dreht er den Partyregler in der zweiten Hälfte noch mal ordentlich hoch. Die Fans feiern eigentlich alles ab, was an diesem Abend geboten wird: Outfit-Wechsel auf der Bühne, das schlechteste Musikvideo aller Zeiten ("Hooked On A Feeling"), Werbung für die Fortsetzung des Films "Kung Fury", in dem es dem Video nach zu urteilen, um eine Kung-Fu-Gang geht, die es mit Dinosauriern, germanischen Gottheiten und auch noch Adolf Hitler aufnehmen muss - falls das Ihr Interesse geweckt haben sollte, der Film kommt nächstes Jahr heraus. Die Schwimmbojen werden tapfer in die Höhe gestreckt und Hasselhoff versichert: "Ich liebe euch alle!"

Weitere Informationen
NDR 90,3

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Deutsche Einheit - Hasselhoffs Herzensthema

Überraschend ist, wie politisch Hasselhoff zwischendurch immer wieder wird. Mal warnt er in "Open your Eyes" vor korrupten Politikern und dem negativen Einfluss von Medien. Dann erinnert er an Zeiten, in denen es eine innerdeutsche Grenze und in den USA Rassentrennung gab. Überhaupt scheint ihm die Deutsche Einheit mehr am Herzen zu liegen, als so manchem Deutschen (leider). Mal ehrlich: Warum ist dieser Mann nicht bei den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Kiel aufgetreten? So viel Euphorie wie er an diesem Abend zu diesem Thema auslöst, würde Deutschland gut stehen. Vielleicht sollte die Bundesregierung Hasselhoff zum Sonder-Einheitsbeauftragten ernennen. Oder warum nicht gleich: Hasselhoff for (Bundes-) President.

Das Beste kommt zum Schluss

Hasselhoff hat sich gleich in zweifacher Hinsicht das Beste zum Schluss aufbewahrt: Hamburg ist seine letzte Station der Tour. Und zum Ende des Abends fährt er noch mal richtig auf. Das Publikum feiert ausgelassen mit bei "Crazy For You" und "Do The Limbo Dance". Dann klettert "The Hoff" noch mal mit seinem berühmten Klavier-Schal und Leucht-Lederjacke auf die Bühne. In diesem Outfit hat er vor 30 Jahren an der Berliner Mauer "Looking For Freedom" performt, was daraufhin im selben Jahr zur meistverkauften Single in Deutschland und der Schweiz wurde. Hamburg feiert so ausgelassen mit, dass Hasselhoff das Lied gleich zwei Mal zum Besten gibt. Am Ende regnet es Konfetti, Hasselhoff verspricht wiederzukommen - und die 4.000 Konzertbesucher belohnen das mit langanhaltenden "HA-SSEL-HOFF"-Chören.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Hamburg Journal | 21.10.2019 | 19:30 Uhr

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