Stand: 20.02.2017 06:45 Uhr

Handelskammer: Bergmann will Präses werden

Tobias Bergmann will neuer Präses der Hamburger Handelskammer werden. Das erklärte der Sprecher des Bündnisses "Die Kammer sind WIR" am Sonntag, wie NDR 90,3 berichtete. Das Bündnis habe ihn beim ersten Treffen aller 55 Gewählten als Kandidat für das Amt nominiert. "Ich weiß, das ist eine große Aufgabe für mich", sagte Bergmann. Ihm sei vor einer Kandidatur aber nicht bange. Die sogenannten Kammerrebellen hatten am Freitag überraschend deutlich die Wahl zum Plenum der Handelskammer Hamburg gewonnen. Sie holten 55 der 58 Sitze. Das neue Kammerplenum tritt im April zusammen und wählt im Mai ein neues Präsidium und einen neuen Präses.

Pflichtbeiträge sollen zügig abgeschafft werden

Der 46-jährige Bergmann ist Geschäftsführer einer Unternehmensberatung mit 30 Mitarbeitern und gehört dem Plenum der Handelskammer bereits seit 2011 an. Der Sprecher der sogenannten Kammerrebellen hatte bereits am Samstagabend im Hamburg Journal des NDR Fernsehens die Abschaffung der Kammer-Pflichtbeiträge angekündigt. Dies soll innerhalb von drei Jahren geschehen. "Wir haben ja vor der Wahl gesagt, was wir ändern wollen, wir wollen die Zwangsbeiträge abschaffen und das werden wir machen", sagte Bergmann im Hamburg Journal. Einwände, dass dazu Gesetze geändert werden müssten, wies er zurück: "Wir können über die Gebührenordnung in Hamburg entscheiden und die Gebühren, die Zwangsbeiträge, werden genau null Euro sein."

Kammer-Finanzierung aus freiwilligen Beiträgen

Natürlich müsse die Kammer so aufgestellt werden, dass sie sich ohne Zwangsbeiträge mit freiwilligen Beiträgen finanzieren könne. Es gebe viele Organisationen, die mit freiwilligen Beiträgen arbeiteten, sagte Bergmann. "Die Kammern in der Schweiz sind ein ganz hervorragendes Beispiel". Diese seien mächtig und einflussreich und die Schweizer und Schweizer Unternehmer zahlten freiwillig.

Fokus auf duale Ausbildung

Ein weiterer Fokus des Bündnisses werde das Thema duale Ausbildung in Hamburg sein, das in den vergangenen Jahren stiefmütterlich behandelt worden sei, sagte Bergmann. Die Versorgung mit Fachkräften sei eine zentrale Frage. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung müsse geklärt werden, wie die duale Ausbildung weiterentwickelt und auf Unternehmen anders zugegangen werde. "Da hat man sich zu lange auf Lorbeeren ausgeruht und da werden wir jetzt auch wirklich mit neuem, frischem Wind anpacken", sagte Bergmann.

Gehalt des Hauptgeschäftsführers soll gekürzt werden

In Kürze will Bergmann mit Kammer-Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz sprechen. Der solle auf den größten Teil seines Gehalts von gut 500.000 Euro pro Jahr verzichten und künftig nur noch 150.000 Euro verdienen, erklärte Bergmann. Er wolle zudem prüfen, ob man Schadenersatz von der Kammerspitze fordern könne, weil sie viel zu hohe Renten aller Mitarbeiter geduldet habe. Und die Kammer-Mitarbeiter müssen sich auf einen Stellenabbau einstellen. Bergmann deutete an, dass man nicht alle 250 Mitarbeiter der Kammer werde halten können.

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Die Hamburger Handelskammer. © dpa Foto: Daniel Bockwoldt

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 19.02.2017 | 19:30 Uhr

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