Stand: 17.04.2020 20:05 Uhr

Hamburgs Schulen öffnen schrittweise ab dem 27. April

Der Schulbetrieb in Hamburg soll ab dem 27. April langsam wieder hochgefahren werden. Das hat der Senat am Freitagnachmittag auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Zunächst sollen die Schülerinnen und Schüler, die sich auf ihre Prüfungen vorbereiten, wieder die Schulen besuchen dürfen. Das betrifft an den Stadtteilschulen die Klassen neun und zehn, sowie die zehnten Klassen der Gymnasien. Hinzu kommen jeweils die Abiturjahrgänge und Schülerinnen und Schüler, die an den Berufsschulen Prüfungen ablegen. Damit folge man dem Beschluss der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin vom Mittwoch, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD).

Trennung der Klassen in Lerngruppen

Ab dem 4. Mai soll es dann weitere Öffnungen geben, dann sollen die vierten Klassen der Grundschulen, die sechsten Klassen der Gymnasien sowie die Oberstufen von Stadtteilschule und Gymnasium folgen. Damit sich möglichst niemand infiziert, sollen alle Klassen in zwei Lerngruppen geteilt werden, die abwechselnd einen Klassenraum nutzen oder aus der Ferne unterrichtet werden sollen. Außerdem solle jede Schülerin und jeder Schüler einen festen Platz im Klassenraum haben, den nur sie beziehungsweise er nutzen darf. Ob der Wechsel täglich oder beispielsweise wochenweise stattfindet, sollen die Schulen selbst entscheiden, so Rabe. Er kündigte an, die Schulen mit Desinfektionsmitteln auszustatten. Sie sollen zudem ein Hygienekonzept erstellen. "Es gibt keinen Unterricht, solange es kein Konzept gibt", so der Senator. Hier gelte Sorgfalt vor Geschwindigkeit.

Schulsenator Ties Rabe zur aktuellen Lage in Hamburg. © NDR Foto: Screenshot
Bei der Öffnung der Schulen gelte Sorgfalt vor Geschwindigkeit, sagt Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD).

Mit Blick auf Risikogruppen bei einer Erkrankung mit Covid-19 sagte Rabe: "Eltern können eine Entschuldigung für triftige Gründe ausstellen." Dazu gehöre beispielsweise auch, wenn die Eltern zu Risikogruppen gehören und durch den Schulbesuch ihrer Kinder gefährdet würden. Auch für Lehrerinnen und Lehrer aus Risikogruppen soll es Regelungen geben. In der kommenden Woche werde spezifiziert, welche Lehrkräfte das Recht bekommen, "nicht direkt Unterricht zu geben".

Hamburg ist gegen Verschiebung der Sommerferien

Mit Blick auf eine mögliche Verschiebung der Sommerferien sagte Rabe, davon halte er wenig. Bereits jetzt werde Eltern, Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern durch Fernunterricht allerhand zugemutet. Die 250.000 Schülerinnen und Schüler, sowie die 25.000 Beschäftigten an den Schulen in Hamburg bräuchten Klarheit, Ruhe und eine Perspektive. Deshalb sollten nicht alle Planungen leichtfertig über Bord geworfen werden.

Ausweitung der Notbetreuung in Kitas

Bereits am Donnerstag hatte die Sozialbehörde erklärt, dass die Notbetreuung in den Kitas auf berufstätige Alleinerziehende ausgeweitet werden soll. Im Zweiwochen-Rhythmus soll jetzt geprüft werden, wann es weitere Lockerungen geben wird.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.04.2020 | 20:05 Uhr

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