Stand: 28.05.2018 14:07 Uhr

Hamburgs CDU fordert freiwillige Mietpreisbremse

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2,2 Millionen Einwohner in Hamburg? Für CDU-Politiker Trepoll ist das momentan nicht realistisch - trotz der Wachstumspläne.

Die CDU-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft macht sich erneut für eine Mietpreisbremse in der Stadt stark. Fraktionschef André Trepoll forderte von Vermietern, freiwillig für fünf Jahre auf Mieterhöhungen zu verzichten. Zuletzt war über ein Einfrieren der Mieten bei der Wohnungsgesellschaft SAGA spekuliert worden. Bei seiner Diskussionstour durch die Stadtteile sei ihm viel Skepsis gegenüber den Wachstumsplänen für die Stadt Hamburg entgegengeschlagen. 2,2 Millionen Einwohner seien momentan nicht darstellbar, sagte Trepoll.

Eigentumsquote soll erhöht werden

Mit dem Verkauf von Saga-Wohnungen an die Mieter solle die Eigentumsquote erhöht werden, die derzeit bei 22 Prozent liege. Die Gefahr, dadurch den Bestand an bezahlbarem Wohnraum weiter zu verknappen, sah Trepoll nicht. Die Erfahrungen mit einem solchen Programm Anfang der 2000er-Jahre seien positiv gewesen, so der CDU-Politiker.

Trepoll 2020 Bürgermeister-Kandidat?

Zudem forderte er Wohnungsverbandsunternehmen und Genossenschaften auf, sich am Bündnis für Wohnen zu beteiligen. Voraussichtlich im Oktober will Trepoll erklären, ob er 2020 als Bürgermeisterkandidat der CDU antritt. Und ob das Thema Wohnungsbau auch zum Wahlkampfthema taugt.

Wohnungsunternehmen reagieren mit Kritik

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) wies die Forderung nach dem Moratorium als "billigen Populismus" zurück. "Angesichts ständig steigender Wohn- und Baukosten die Mieten in ganz Hamburg einfrieren zu wollen, ist betriebswirtschaftlicher Unsinn und gefährdet den dringend erforderlichen Neubau von bezahlbarem Wohnraum", sagte VNW-Direktor Andreas Breitner.

Schon jetzt lägen die durchschnittlichen Kaltmieten bei den 109 im Verband organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften bei 6,46 Euro pro Quadratmeter und damit fast zwei Euro unter dem Hamburger Durchschnitt. "Sie erhöhen die Mieten in der Regel nur, um die Mehrkosten infolge einer Sanierung oder Modernisierung auszugleichen", sagte Breitner.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.05.2018 | 12:00 Uhr

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