Stand: 30.08.2020 15:54 Uhr

Hamburger Politiker verurteilen rechte Provokationen

Peter Tschentscher © picture alliance / dpa Foto: Christian Charisius
Auf Twitter zeigte sich Hamburgs Erster Bürgermeister am Sonntag solidarisch mit denen, die in schwierigen Zeiten für Zusammenhalt eintreten.

Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Hamburger Politik haben am Sonntag bestürzt auf die Provokationen von Rechtsextremisten am Reichstagsgebäude in Berlin reagiert. Sie verurteilten vor allem, dass es rechten Gruppen am Sonnabend gelungen war, nach den Großdemonstrationen gegen die Corona-Politik der Bundesregierung eine Polizeiabsperrung zu überwinden. Dort schwenkten die Demonstrierenden auch die von den sogenannten Reichsbürgern vewendeten schwarz-weiß-roten Reichsflaggen.

Parteiübergreifende Kritik an Vorfällen am Reichstag

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) schrieb bei Twitter, verfassungsfeindliche Symbole, rechtsradikale Parolen sowie Angriffe auf Polizisten und Journalisten hätten vor, mit und nach Corona nichts auf unseren Straßen zu suchen. Gleichzeitig dankte Tschentscher all denen, die sich in schwierigen Zeiten für Zusammenhalt stark machen. Ähnlich äußerte sich die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne). Hamburgs CDU-Chef Roland Heintze kritisierte, dass viele Menschen auf den Großdemonstrationen die Abstands- und Hygieneregeln missachtet haben. Die Hamburger Linken-Fraktionschefin Cansu Özdemir sagte, die Menschen müssten sich die Frage gefallen lassen, warum sie kein Problem damit haben, gemeinsam mit Nazis zu demonstrieren.

Nockemann: Völlig indiskutabel

Aus Sicht des Hamburger AfD-Fraktionschefs Dirk Nockemann waren die Großdemonstrationen nicht durch Rechtsextremisten geprägt. Die Szenen am Reichstagsgebäude bezeichnete Nockemann aber als völlig indiskutabel. Am Samstagabend hatte eine Gruppe aggressiver Demonstranten gegen die Corona-Politik in Berlin Absperrgitter vor dem Reichstagsgebäude überwunden und sich vor dem verglasten Besuchereingang aufgebaut. Anfangs standen nur drei Polizisten der Menge entgegen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.08.2020 | 16:00 Uhr

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