Streikende Mitarbeiter stehen in der Nähe des Bus-Betriebshofs Alsterdorf der Hamburger Hochbahn an einem Streikposten. © Christian Charisius/dpa
Streikende Mitarbeiter stehen in der Nähe des Bus-Betriebshofs Alsterdorf der Hamburger Hochbahn an einem Streikposten. © Christian Charisius/dpa
Streikende Mitarbeiter stehen in der Nähe des Bus-Betriebshofs Alsterdorf der Hamburger Hochbahn an einem Streikposten. © Christian Charisius/dpa
AUDIO: Tarifeinigung bei der Hamburger Hochbahn (1 Min)

Hamburger Hochbahn und ver.di erzielen Einigung im Tarifstreit

Stand: 15.02.2023 19:01 Uhr

Bei der Hamburger Hochbahn wird es voraussichtlich erst einmal keine weiteren Streiks geben: Nach fünf Verhandlungsrunden hat sich das Unternehmen mit der Gewerkschaft ver.di am Dienstagabend auf einen Tarifabschluss geeinigt, wie am Mittwoch bekannt wurde.

Die rund 6.000 Beschäftigten bekommen den Angaben zufolge rückwirkend zum 1. Januar 4,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 300 Euro im Monat. Vom 1. Januar 2024 an gebe es dann eine weitere Anhebung um 3 Prozent, mindestens jedoch 100 Euro. Außerdem bekommen die Beschäftigten eine steuerfreie Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.500 Euro.

Im Schnitt 11,7 Prozent mehr Lohn

In der Summe, so hört man aus Verhandlungskreisen, summiert sich das Lohnplus im Schnitt auf 11,7 Prozent. Wer Busse oder Bahnen steuert, soll bis zu 14,5 Prozent mehr bekommen. Auszubildende erhalten 200 Euro mehr Lohn, eine Prämie in Höhe von 750 Euro und ab Mai ein kostenloses "Deutschlandticket". Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 18 Monate.

Hochbahn: "Schnelle und wirksame Entlastung"

"Wir sind sehr zufrieden, dass wir nach intensiven Verhandlungen in herausfordernden Zeiten zu einem Abschluss gekommen sind", sagte Hochbahn-Chef Henrik Falk am Mittwoch. Neben der Entgelterhöhung sei für die Arbeitgeberseite die Zahlung der Prämie sehr wichtig gewesen. "Sie schafft für alle Mitarbeitenden eine schnelle und wirksame Entlastung in dieser wirtschaftlich schwierigen Lage."

Abstimmung unter ver.di-Mitgliedern steht noch aus

"Beide Seiten haben gestern lange um ein Ergebnis gerungen", sagte ver.di-Verhandlungsführerin Irene Hatzidimou am Mittwoch. ver.di habe einen Inflationsausgleich heraushandeln können und durch den Festbetrag enthalte das Ergebnis eine starke soziale Komponente. Über die Annahme des Abschlusses entschieden nun bis Anfang März die ver.di-Mitglieder. Die Gewerkschaft war mit einer Forderung von einem Plus von 600 Euro im Monat in die Verhandlungen gegangen.

Anfang des Monats hatte die Gewerkschaft mit einem 24-stündigen Streik den kompletten Verkehr der U-Bahnen und der Hochbahn-Busse lahmgelegt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.02.2023 | 19:00 Uhr

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