Hamburger Alsterschwäne ziehen ins Winterquartier um

Stand: 17.11.2020 16:08 Uhr

Hamburgs Alsterschwäne sind wieder in ihr Winterquartier umgezogen. Wie immer Mitte November brachte Schwanenvater Olaf Nieß sie zum Eppendorfer Mühlenteich.

Schwanenvater Olaf Nieß und seine Helfer vom Schwanenwesen begleiten die Alsterschwäne von der Binnenalster in die Rathausschleuse. © dpa Foto: Christian Charisius
Nieß und seine Helfer treiben die Schwäne zur Rathausschleuse - und verladen sie dort auf Boote.

Gemeinsam mit seinem Team begleitete er die Tiere zur Rathausschleuse, um sie dort einzufangen und auf Boote zu verladen. Von der Außenalster wurden die Schwäne dann zum Mühlenteich gebracht. "Wir haben jetzt insgesamt gut 60 Tiere eingesammelt. Damit ist die Hälfte des Bestandes hier im Winterquartier", sagte Nieß.

Tiere weiter verteilt

In diesem Jahr gestaltet sich der Umzug ins Winterlager etwas schwieriger als sonst. Wegen der Corona-Pandemie blieben im Sommer viele Menschen in Hamburg. Die Gewässer wurden intensiver genutzt - und die Tiere verteilten sich in der Folge wegen der Störungen weiter über die vielen Nebenkanäle. Die noch fehlenden Schwäne sollen in den kommenden Tagen ins Winterlager folgen.

Zeltstadt für die Alsterschwäne

Schwäne sammeln sich in der Rathausschleuse an der Alster in Hamburg. © dpa Foto: Christian Charisius
Aus Schutz vor der Vogelgrippe kommen die Schwäne in eine Zeltstadt.

Sie alle werden den Winter in einer kleinen Zeltstadt verbringen. Wegen der sich ausbreitenden Vogelgrippe ist das rund 500 Quadratmeter große Winterquartier in Eppendorf überdacht. Das Außengelände außerdem hermetisch abgeriegelt. Schleusen "auf Krankenhausniveau" sollen zusätzliche Sicherheit bringen. "Wir sind da schon sehr aufmerksam und in Sorge", so Nieß.

In diesem Jahr wurde Termin der Schwanen-Überführung nicht im Vorwege veröffentlicht. Wegen der Corona-Pandemie wollte man vermeiden, dass sich zu viele Schaulustige an der Alster versammeln.

Schwanenwesen hat lange Tradition

Das Hamburger Schwanenwesen gibt es seit dem 11. Jahrhundert. Die Planstelle des "Schwanenvaters" existiert seit 1674 und ist damit die älteste Behördenplanstelle der Stadt. Nieß zufolge brachen die Hamburger Stadtväter damals mit dem Brauch, dass das Halten von Schwänen Fürsten und Königen vorbehalten war. Bis heute gilt die Legende, dass Hamburg den Status als Freie und Hansestadt nur so lange hält, wie es Schwäne auf der Alster gibt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.11.2020 | 11:20 Uhr

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