Stand: 11.01.2020 12:59 Uhr

Hamburger AfD: Nockemann bleibt an der Spitze

Dirk Nockemann, wiedergewählter Landesvorsitzender und Bürgerschaftsfraktionsvorsitzender, spricht auf dem Landesparteitag der AfD Hamburg. © dpa/picture alliance Foto: Daniel Bockwoldt
Dirk Nockemann ist als AfD-Landesvorsitzender wiedergewählt worden.

Dirk Nockemann bleibt Chef der Hamburger AfD. Auf einem Parteitag in Hamburg-Dulsberg wurde er am Mittag mit knapp 88 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Er erhielt 93 Ja-Stimmen. Zwölf Parteimitglieder stimmten gegen ihn, eines enthielt sich. Sein Stellvertreter wird der Co-Fraktionsvorsitzende Alexander Wolf, der 80 Ja-Stimmen bei 26 Gegenstimmen erhielt. Gerüchte über eine erneute Kampfkandidatur der beiden bestätigten sich also nicht. Wie Wolf hatte auch Nockemann keinen Gegenkandidaten.

Nockemann: Es gibt keinen Klima-Notstand

Nockemann sagte auf der Veranstaltung, dass es keinen Klima-Notstand gebe, stattdessen aber eine Klima-Hysterie. Der frühere Hamburger Innensenator forderte, dass die Rote Flora im Schanzenviertel geschlossen werden soll. Die Hamburger AfD steht in der aktuellen NDR-Umfrage bei 7 Prozent.

AfD schließt Presse aus

Am Sonnabendmorgen hatte die AfD zunächst hinter verschlossenen Türen über die Arbeit ihres Landesvorstands diskutiert. Die Presse musste dabei draußen bleiben. Zur Begründung hieß es, dass einzelne Mitglieder die Aussprache dazu nutzen könnten, die Partei zu beschädigen.

Demonstration gegen AfD-Veranstaltung

Teilnehmer einer Protestkundgebung des "Bündnis gegen Rechts" demonstrieren gegen den Parteitag der Hamburger AfD vor dem Veranstaltungsort. © dpa bildfunk Foto: Christian Charisius
Etwa 750 demonstrieren am Freitag gegen die AfD-Veranstaltung.

Begonnen hatte der zweitägige AfD-Parteitag am Freitag in der Berufsbildenden Schule für Medien und Kommunikation. Etwa 750 Demonstranten gingen laut Polizei gegen die Veranstaltung auf die Straße. Sie warfen der AfD vor, in Hamburg die einzige Partei zu sein, die ständig gegen politische Gegner und Minderheiten agitiere. Konkret kritisierten die Demonstranten, dass der AfD die Aula einer Schule überlassen wurde - gerade vor dem Hintergrund des umstrittenen Schulmeldeportals der AfD. Mit diesem sorge die Partei für eine Spaltung der Schulgemeinschaften. Bei einem Schulfest hatten sich am Freitagmittag bereits Schüler der Berufsschule auf Plakaten gegen Ausgrenzung an ihrer Schule ausgesprochen. Der Leiter der Berufsschule, Ralph Walper, sagte NDR 90,3: "Wir sind eine multikulturelle Schule und wir wollen sagen, dass wir gemeinsam zusammen leben wollen und Diversität das ist, was uns auszeichnet."

Nach einem friedlichem Beginn der Demonstration kam es am Freitagabend später vereinzelt zu Böllerwürfen auf Polizisten, die den Parteitag sicherten. Aufgerufen zu der Gegenveranstaltung hatte das Hamburger "Bündnis gegen Rechts" und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.01.2020 | 12:00 Uhr

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