Stand: 28.04.2018 07:28 Uhr

Hamburg will "Cornern" einen Riegel vorschieben

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Für Kioske könnten die Geschäfte in manchen Hamburger Stadtteilen künftig schwer werden, denn Rot-Grün will den Alkoholverkauf an Kiosken gern einschränken.

Hamburgs rot-grüne Regierung will gegen das "Cornern" in bestimmten Stadtteilen vorgehen und ein örtlich und zeitlich begrenztes Alkoholverkaufsverbot ermöglichen. Die Regierungsfraktionen einigten sich jetzt auf einen Beschlussantrag, mit dem die Bürgerschaft den Senat auffordert, mit einer Studie bis zum Sommer Möglichkeiten einer "praktikablen, rechtssicheren Lösung des Problems" vorzulegen. In dem Antrag wird zum Beispiel ein Außer-Haus-Verkaufs-Verbot für Alkohol an bestimmten Orten vorgeschlagen.

Trinken auf der Straße sorgt für Ärger

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02:04
Hamburg Journal

St. Pauli: Demo gegen Billig-Alkohol

25.02.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal

Die Gaststätten auf dem Kiez leiden unter dem zunehmenden Verkauf von Billig-Alkohol an Kiosken. Gastronomen und Anwohner haben deshalb auf St. Pauli demonstriert. Video (02:04 min)

Anwohner und Wirte beschweren sich

"Hamburg ist eine Stadt, in der ausgiebig gefeiert werden kann und soll", sagt Sören Schumacher (SPD). Trotzdem müssten Stadtteile wie St. Pauli, Altona, das Schanzenviertel und St. Georg für die Anwohner "lebens- und liebenswert bleiben". Immer wieder hatten sich zuletzt Anwohner und Wirte beschwert, dass sich größere Gruppen auf Straßen und Plätzen treffen, um Alkohol aus dem Kiosk zu trinken. Die Anwohner stören sich an Lärm, Müll und am Pinkeln in Hauseingänge. Die Gastronomen sehen ihre Geschäfte geschädigt, weil beispielsweise viele Kiez-Gänger zwar in ihren Clubs feiern und die Toiletten nutzen, ihre Getränke aber lieber am Kiosk kaufen.

Problem ist bekannt

Das Problem ist nicht neu, wird aber zum immer größeren Ärgernis, zum Beispiel auf dem Kiez oder in St. Georg. Allein im Bereich der Reeperbahn gibt es mittlerweile 60 Kioske, die teilweise die ganze Nacht hindurch Alkohol verkaufen. Auf der Reeperbahn veranstalteten die Wirte deswegen zuletzt im März eine Protestaktion gegen Kioske. Sie forderten etwa, den Verkauf von Alkohol an Kiosken ab 22 Uhr zu verbieten.

Es gehe darum, "dem Rund-um-die-Uhr-Verkauf von Billigalkohol gerade durch Kioske in den Szenestadtteilen einen Riegel vorzusetzen", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Farid Müller. Zugleich verwies er auf die komplizierte Gesetzeslage. "Deswegen wird jetzt ein Gutachten für alle betroffenen Orte erstellt, um zu prüfen, ob und wie ein zeitlich begrenztes Alkoholverkaufsverbot hilft." Die prekäre Lage in St. Georg, St. Pauli und im Schanzenviertel sei ihm bewusst. "Wir arbeiten mit Hochdruck bis zum Sommer an den Lösungen."

Weitere Informationen

Rot-Grün macht Vorstoß für Kiosk-Alkoholverbot

Rot-Grün in Hamburg will ein zeitliches Alkohol-Verkaufsverbot für Kiez-Kioske auf den Weg bringen. Es geht dabei auch um den Hansaplatz in St. Georg. (20.04.2018) mehr

Protestaktion gegen Kioske auf dem Kiez

Sie empfinden den Alkoholverkauf an Kiosken als Bedrohung für St. Paulis Kneipenkultur: Aus Protest haben Clubbesitzer und Wirte Getränke vorübergehend nur am Fenster verkauft. (23.03.2018) mehr

"Cornern": Keine Lösung in Sicht

Anwohner des Hamburger Schanzenviertels und Ottensen ärgern sich über Partygänger, die nachts auf der Straße feiern. Ein Runder Tisch mit dem Bezirk Altona und Bürgern sollte helfen. (05.10.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.04.2018 | 07:00 Uhr

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