Stand: 21.09.2018 15:52 Uhr

Tschentscher lobt die Wohngipfel-Ergebnisse

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Dorothee Stapelfeldt und Peter Tschentscher wollen stärkere Begrenzungen von Mieterhöhungen - und neue Wohnungen.

Zur Linderung der Wohnungsnot in Großstädten wie Hamburg will die Bundesregierung das Wohngeld für Geringverdiener ab 2020 erhöhen und Bauland zur Verfügung stellen. Das hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SDP) nach dem Wohngipfel im Berliner Kanzleramt angekündigt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, der Neubau solle beschleunigt werden - auch beim sozialen Wohnungsbau.

Hamburgs Bausenatorin Stapelfeldt und Bürgermeister Tschentscher (beide SPD) waren mit großen Erwartungen an den Wohngipfel nach Berlin gereist. "Bezahlbares Wohnen ist eine der wichtigsten sozialen Fragen unserer Zeit", sagte Bürgermeister Peter Tschetscher (SPD) am Freitagnachmittag. "Ich bin überzeugt: Nur der Neubau von Wohnungen hilft, dass sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt gerade in den Metropolen und Universitätsstädten entspannt." Auch die Bundesregierung müsse hier mehr tun, so Tschentscher. Vom Bund nicht mehr benötigte Grundstücke, allein in Hamburg seien das laut Tschentscher mehr als 300 Hektar, müssten für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellt und der Sozialwohnungsbau finanziell gefördert werden.

Bund soll Mietpreisbremse verschärfen

Hamburgs Bausenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) sagte zu NDR 90,3, das Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse vor allem bezahlbare Wohnungen schaffen. 14 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter, wie in Hamburg häufig verlangt, sei viel zu viel, betonte die SPD-Senatorin. Deswegen müsse der Bund die Mietpreisbremse verschärfen: "Zum Beispiel geht es ganz schlicht darum, dass auch für die Mieter erkennbar sein muss, wie hoch die Vormiete ist." Nur dann könne man kontrollieren, ob die Miete nicht mehr als 10 Prozent über dem Mietenspiegel liege.

Tschentscher wies auf Hamburgs dritten Weg beim Bauen hin - zwischen üppig bezuschussten Sozialwohnungen und frei finanzierten Wohnungen. "Dafür haben wir den sogenannten 8-Euro-Wohnungsbau entwickelt. Wir vergeben städtische Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen Systemhäuser gebaut werden", sagte Tschentscher. Die Baukosten seien günstig und so könnten Wohnungen für eine Anfangsmiete von acht Euro pro Quadratmeter vermietet werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.09.2018 | 07:00 Uhr

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