Stand: 04.08.2019 15:21 Uhr

Hamburg damals: Der Metropolitan

Es gab ihn nur etwas mehr als vier Jahre: den Metropolitan. Der Zug, der von einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG betrieben wurde, startete im Sommer 1999 auf der Strecke zwischen Hamburg und Köln. Vier mal täglich fuhr er zwischen den beiden Städten hin und her, und sollte vor allem ein Angebot an Geschäftsreisende sein.

Ein alter Metropolitan von der Deutschen Bahn steht im Bahnhof. © NDR Foto: Screenshot

Hamburg damals: Der Metropolitan

Hamburg Journal -

Die Distanz zwischen Hamburg und Köln schafft der Metropolitan in nur 3,5 Stunden. An Bord gibt es einen Rundum-Service für die Kunden. Doch lange hält sich das Angebot nicht.

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"Viel Holz und Edelstahl"

Die Distanz schaffte der Zug, der eine Höchstgeschwindigkeit von 220 Kilometern in der Stunde erreichen konnte, in nur 3,5 Stunden. Denn er hielt nur noch in Düsseldorf und Essen und nutzte Ausweichstrecken, die normalerweise nur von Güterzügen befahren wurden. Eine halbe Stunde weniger als der Intercity brauchte der Metropolitan so. An Bord gab es einen Rundum-Service für die Kunden. Das Frühstück war im Preis inbegriffen, außerdem gab es spezielle Arbeitsbereiche mit Steckdosen für die Laptops - das war damals noch etwas Besonderes. "Er ist sehr edel gestaltet gewesen. Es gab viel Holz und Edelstahl an der Decke. Es war sehr ruhig. Es war ein gediegenes Ambiente, so ein bisschen wie Buisiness-Class im Flugzeug", erinnert sich der ehemalige Fahrgast Marcus Grahnert.

"Es hat einfach nicht gereicht"

Tatsächlich wollte die Bahn mit dem Metropolitan dem Flugzeug Konkurrenz machen. Mit 180 Mark pro Fahrt war das Ticket günstiger als das der Airlines. Das Angebot kam an - zumindest in den ersten Monaten. Da nutzen viele Geschäftsreisende den neuen Zug. Doch wer am gleichen Tag noch zurück wollte, hatte oft ein Problem, fuhr der Metropolitan doch nur vier Mal am Tag. Für die Kunden war deshalb bald klar: Mit den anderen Zügen der Bahn waren sie flexibler. Dafür nahmen sie eine halbe Stunde mehr Fahrzeit in Kauf. "Es hat einfach nicht gereicht. Wir hatten eine Auslastung in der Woche von 20 bis 30 Prozent, am Wochenende, freitags und montags, kamen wir auf 60 Prozent", berichtet Ingulf Leuschel von der Deutschen Bahn.

Und so wurde der Metropolitan Ende 2004 wieder eingestellt. Die meisten ehemaligen Fahrgäste haben ihn aber bis heute in guter Erinnerung.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 04.08.2019 | 19:30 Uhr

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