Stand: 04.04.2017 15:18 Uhr

Hamburg Airport wächst und der Lärm nimmt zu

Der Hamburger Flughafen zählt immer mehr Passagiere. Im vergangenen Jahr hat der Airport mehr als 16,2 Millionen Fluggäste registriert, das ist ein Plus von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das laufende Jahr erwartet Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler ein schwächeres Wachstum von drei Prozent bei den Passagierzahlen. "Wir gehen im Moment nicht davon aus, dass wir die 17 Millionen schaffen", sagte er am Dienstag.

Kaum mehr Flugbewegungen

Die Zahl der Starts und Landungen stieg 2016 den Angaben zufolge jedoch nur um 1,4 Prozent auf 160.642. "Der Luftverkehr wird immer effizienter", meinte Eggenschwiler. Im Zehnjahresvergleich habe die Zahl der Passagiere um 27 Prozent zugenommen, die Zahl der Flugbewegungen sei dagegen sogar um 7 Prozent gesunken. Die Auslastung der Maschinen sei allein im vergangenen Jahr um 0,6 Prozentpunkte auf 76,6 Prozent gestiegen.

BUND: Lautestes Jahr seit der Jahrtausendwende

Umweltschützer warnten derweil davor, dass das Wachstum des Luftverkehrs zu einer erhöhten Lärmbelästigung für die Anwohner führe. Dem ersten Fluglärmreport des BUND zufolge sind in Hamburg und im Umland rund 200.000 Menschen davon betroffen.

Sie hätten 2016 ihr lautestes Jahr seit der Jahrtausendwende erlebt, sagte Landesgeschäftsführer Manfred Braasch. Das ab 23 Uhr geltende Nachtflugverbot sei in den sechs flugverkehrsreichsten Monaten nur an 12 von 184 Nächten eingehalten worden. Auffällig sei: Drei von vier Flugzeugen, die außerhalb der Betriebszeit landeten, seien Billig-Flieger. Braasch: "Wir gehen davon aus, dass die Flugpläne der Billigflieger so eng getaktet sind, dass die Umsteigezeiten in den einzelnen Flughäfen nicht mehr ausreichen, um die Flugpläne einzuhalten." Es werde offenbar "auf Kante geplant", deswegen häuften sich die Verspätungen.

Nachtflugverbot ab 22 Uhr gefordert

Braasch erneuerte seine Forderung nach einem Nachtflugverbot ab 22 Uhr. Zwar müssten die Airlines bei Verspätungen Strafe zahlen. Doch die sind nach Ansicht der Umweltschützer viel zu niedrig. Maximal zehn Euro pro Passagier - das jucke die Fluggesellschaften gar nicht.

Eggenschwiler wies die Forderungen nach einer Verschärfung des Nachtflugverbots zurück. Es gebe schon jetzt Verbesserungen, zum Beispiel bei der Pünktlichkeit der Maschinen. "Im Winter 2016/17 hatten wir zwischen November und März 20 Prozent weniger Flüge und Flugbewegungen nach 23 Uhr. Das finde ich schon eine beachtliche Zahl.“ Man beobachte das Thema Verspätungen sehr genau, sagte der Flughafenchef. Hamburg sei Vorreiter gegen den Fluglärm.

Die Umweltorganisation hatte kürzlich eine Volkspetition für ein verlängertes Nachtflugverbot in Hamburg gestartet. Wird sie von mindestens 10.000 Bürgern unterschrieben, muss sich die Bürgerschaft mit dem Anliegen beschäftigen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.04.2017 | 15:00 Uhr

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