Eine Karte zeigt den Plan für die Halbinsel am Billebecken. © Lorenzen Mayer Architekten Foto: Lorenzen Mayer Architekten

Halbinsel am Billebecken soll zu Industriegebiet werden

Stand: 06.08.2021 16:32 Uhr

Hamburg bekommt ein zentrumsnahes Industriegebiet. In Rothenburgsort wird die Halbinsel am Billebecken komplett umgebaut, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen.

"Ein Ablage-Ort für Gebrauchtfahrzeuge" - so nannte Jürgen Bruns-Berentelg einen Großteil des Billebeckens. Der Chef der Hafencity und der Entwicklungsgesellschaft Billebogen wolle mehr aus den 27 Hektar machen. Dort liegen heute auch Containerstellplätze und ein Getreidehändler. Es ginge um Hamburgs Wohlstand: "Wir müssen uns als Hamburg dafür einsetzen, dass Industriearbeitsplätze erhalten bleiben, denn Industriearbeitsplätze sind besonders gut bezahlt", erklärte Berentelg.

Zentrale Lage soll Firmen locken

Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing stellt die Pläne für die Halbinsel am Billebecken vor. © NDR Foto: Reinhard Postelt
Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing stellt die Pläne für die Halbinsel am Billebecken vor.

3.000 neue Arbeitsplätze sollen es werden, vor allem in der Bio- und Medizintechnik. Aber geplant sei auch die Ansiedlung von Firmen mit 3D-Druckern und der Filmproduktion. Dabei soll unter anderem die geringe Entfernung von drei Kilometern zum Hauptbahnhof und die Wasserlage Firmen anlocken. Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing sagte dazu: "Das ist bisher so ein bisschen der Maschinenraum, der Bauch der Stadt. Da wird gearbeitet, doch eigentlich ist es ein spektakulärer, zentral gelegener Wasser-Raum, wo die Bille fast einen seeartigen Charakter hat."

Promenade mit Gastronomie geplant

Das Nord- und Westufer soll erstmals zugängig werden, durch eine Promenade mit Gastronomie, die Besucher anlocken soll. Baubeginn soll dabei in rund drei Jahren sein. Das neue Konzept stammt vom Berliner und Kopenhagener Büro "Lorenzen Mayer Architekten", das einen Wettbewerb gewann.

Schule am Bullenhuser Damm soll kleinen Park erhalten

Wohnbebauung gab es dort seit den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Doch inmitten des Billebeckens liegt die Schule Bullenhuser Damm. Sie ist eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus. In der Nacht vom 20. auf den 21. April 1945 ermordete die SS hier auf grausame Art 20 jüdische Kinder, an denen zuvor medizinische Experimente verübt worden waren, zusammen mit mindestens 28 Erwachsenen. Die Schule am Bullenhuser Damm soll nun einen kleinen Park erhalten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.08.2021 | 16:00 Uhr

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