Stand: 02.07.2020 07:36 Uhr

Gute Jugendarbeit in Corona-Zeiten in Hamburg

Zwei Jugendliche sitzen hinter einem Billardtisch. © dpa Foto: Markus Scholz
Gerade in schwierigen Zeiten sind Freizeiteinrichtungen ein wichtiger Anlaufpunkt für Jugendliche, sagt Diplom-Pädagogin Gunda Voigt.

Während der Corona-Pandemie haben Hamburgs Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit gute Arbeit geleistet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg. Kinder- und Jugendtreffs sind gerade in Pandemie-Zeiten für junge Menschen wichtig, sagt Studienleiterin Gunda Voigt von der HAW. Denn sie bieten Jugendlichen Freiräume ohne Leistungszwang. Aber die Interessen von jungen Menschen seien gerade während des Lockdowns komplett aus dem Blick geraten. Im Vordergrund stand allein das Lernen zu Hause, kritisiert Voigt. Deshalb sei es eine tolle Leistung, dass fast alle Freizeittreffs in dieser Zeit verlässlich erreichbar waren.

Neue Formen der Kontaktaufnahme

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dieser Einrichtungen hätten sich schnell neue Formen der Kontaktaufnahme überlegt, lobt die Diplom-Pädagogin. Sie boten Telefonsprechstunden an, trafen sich im Freien mit Jugendlichen zu Gesprächen oder unterbreiteten auch digitale Angebote. Diese wurden vor allem von 14- bis 16-Jährigen wahrgenommen. Jugendliche über 18 Jahren versuchten die Mitarbeiter über Briefe und aufsuchende Arbeit in den Stadtteilen zu erreichen.

Dabei wurde aber auch deutlich: Die Freizeittreffs sind für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt schlecht ausgestattet. Ihnen stehen weder ausreichend Diensthandys noch Laptops zur Verfügung.

An der Studie nahmen 41 von rund 130 Einrichtungen in Hamburg teilgenommen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.07.2020 | 08:00 Uhr

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