Stand: 03.05.2017 14:26 Uhr

"Gute Inklusion" übergibt 24.000 Unterschriften

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Die Initiative übergab 14 bunte Ordner mit mehr als 24.000 Unterschriften an die Senatskanzlei.

Etappensieg für die Volksinitiative "Gute Inklusion für Hamburgs SchülerInnen": Eltern- und Schüler-Vertreter haben dem Hamburger Senat am Mittwoch im Rathaus 24.357 Unterschriften vorgelegt. Sollten mindestens 10.000 von ihnen gültig sein, muss sich die Hamburgische Bürgerschaft mit den Forderungen beschäftigen.

In der Hälfte der Zeit zusammengetragen

Vertreter der Senatskanzlei nahmen insgesamt 14 Ordner entgegen, die in der Hälfte der vorgeschriebenen Zeit zusammenkamen. Die Initiative verlangt für die Betreuung behinderter Kinder in den Regelschulen mehr Pädagogen, mehr Räume, barrierefreie Schulen sowie Therapie und Pflege für beeinträchtigte Schüler.

Seit der Einführung der Inklusion habe sich das Projekt in Hamburg zu einem Sparmodell entwickelt, beklagten Vertreter der Initiative. "Wir fordern das ein, was die Bürgerschaft 2012 selber beschlossen hat für Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen, Sprache, emotionale Entwicklung (LSE)", sagte sagte Initiativensprecher Pit Katzer. Dazu gehöre etwa, dass für jedes dieser Kinder drei zusätzliche Unterrichtsstunden zur Verfügung stehen. "Das ist zurzeit gar nicht der Fall."

Für behinderte Kinder wiederum müsse die Personalversorgung wieder verbessert werden, nachdem mit Abschaffung der Integrationsklassen 2012 die Zuweisung um ein Drittel gekürzt worden sei. "Das wollen wir rückgängig machen", sagte Katzer. Unterstützt wird die Initiative unter anderem von der Lehrergewerkschaft GEW, vom Grundschulverband Hamburg (GSVHH) und vom Verband Hamburger Schulleitungen (VHS).

Volksbegehren möglich

Nach Angaben der Senatskanzlei werden die Unterschriften nun vom Bezirksamt Mitte auf ihre Gültigkeit hin überprüft. Noch vor der Sommerpause soll die Bürgerschaft das Thema aufgreifen. Sollten die Forderungen dort dennoch abgelehnt werden, können die Initiatoren ein Volksbegehren als zweiten Schritt hin zu einem Volksentscheid starten.

Die Schulbehörde verwies zuletzt auf die gestiegene Zahl der Betreuer insgesamt. So werde die Zahl der für die Inklusion zuständigen Lehrer, Sozialpädagogen und Erzieher an Grund- und Stadtteilschulen sowie Gymnasien seit dem Schuljahr 2012/13 von 990 auf 1.168 am Ende dieses Schuljahrs gestiegen sein. Insgesamt werde in die Inklusion jedes Jahr mehr als 90 Millionen Euro investiert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.05.2017 | 14:00 Uhr

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