Stand: 19.09.2019 11:24 Uhr

G20-Gewalt am Rondenbarg: 19 Anklagen

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7. März 2017: Polizisten und Demonstranten treffen am Rondenbarg aufeinander.

Mehr als zwei Jahre ist es her, dass es während des G20-Gipfels in Hamburg zu schweren Ausschreitungen kam. Einer der Schauplätze war die Straße Rondenbarg in Bahrenfeld, wo am Morgen des 7. Juli 150 bis 200 schwarz gekleidete und vermummte Personen in geschlossener Formation auf eine Hundertschaft Polizisten trafen. Die mit Steinen, Werkzeugen und Böllern bewaffnete Gruppe soll die Beamten der Bundespolizei angegriffen haben, die den Rondenbarg abgesperrt hatte. Von den Beamten in Schutzkleidung wurde niemand verletzt, auf der anderen Seite gab es 14 Verletzte.

"Schwerer Landfriedensbruch"

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen 19 junge Demonstranten erhoben. Sie lautet auf gemeinschaftlichen schweren Landfriedensbruch, gemeinschaftlichen tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte, versuchte gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nana Frombach am Donnerstag mitteilte. Von den Angeklagten stammt niemand aus Hamburg. Die meisten kommen aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, überwiegend sind es Frauen.

Die jetzt Angeklagten sollen zusammen vor Gericht gestellt werden. Zwischen ihnen soll auch der 20-jährige Italiener Fabio V. auf der Anklagebank sitzen. Der junge Italiener war der Erste, der wegen der Ereignisse am Rondenbarg vor Gericht stand. Sein Prozess vor dem Amtsgericht Altona musste wegen der Schwangerschaft der Richterin aber abgebrochen werden und wird nun zusammen mit den anderen Fällen neu verhandelt.

Gegen 80 Personen wird noch ermittelt

Gegen rund 80 weitere erwachsene Personen aus dem Komplex Rondenbarg werde noch ermittelt, bestätigte die Staatsanwaltschaft. Ob es hier zu einem Verfahren komme, sei noch offen. Der Fall hatte Diskussionen über das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ausgelöst.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.09.2019 | 11:00 Uhr

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