"Fridays for Future": Tausende demonstrieren in Hamburg

Stand: 24.09.2021 20:26 Uhr

Zwei Tage vor der Bundestagswahl sind in Hamburg mehr als 26.000 Anhängerinnen und Anhänger der Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" auf die Straße gegangen, um für wirksame Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise zu demonstrieren.

Am Freitag zogen sie von der Willy-Brandt-Straße aus durch die Innenstadt. Aufgrund zahlreicher Straßensperrungen gab es bis in den Abend erhebliche Verkehrsbehinderungen. Die Polizei sprach am Nachmittag von gut 26.000 Demonstrierenden, die Organisatoren wollten sogar 80.000 Teilnehmende gezählt haben.

"Wir sind wütend"

Maia Stimming, Sprecherin von "Fridays for Future" in Hamburg, rief den Demonstrierenden bei der Auftaktkundgebung zu: "Wir sind wütend. Wütend auf das Nichthandeln, das nun schon so lange anhält." Keine Partei habe ein schlüssiges Konzept, um die Erderwärmung zu begrenzen. Deshalb müsse "die klimazerstörerische Politik abgewählt werden", forderte die 15-Jährige. Mit-Organisatorin Annika Rittmann sagte NDR 90,3 vor Beginn der Kundgebung: "Damit wir tatsächlich 1,5 Grad einhalten können, müssen wir in Hamburg bis 2035 klimaneutral werden." Dafür brauche es etwa ein CO2-Budget, das klar sage, was man an Kohlenstoffdioxid noch ausstoßen dürfe. Im Pariser Klimaabkommen hatte sich die Staatengemeinschaft darauf verpflichtet, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Unterstützung von prominenten Musikern

Der Musiker und Sänger Jan Delay singt auf der Klimastreikdemonstration von "Fridadys for Future" in Hamburg. © picture alliance / dpa Foto: Markus Scholz
Prominente Unterstützung bei der Klimaschutz-Demo: Jan Delay trat in Hamburg auf.

Unterstützt wurden die zumeist jungen Klimaschützer auch von prominenten Musikerinnen und Musikern. Zum Auftakt gab der Hamburger Sänger Jan Delay den Demonstranten vier Stücke mit auf den Weg. Weitere musikalische Unterstützung kam von AnnenMayKantereit, Enno Bunger und Zoe Wees.

Die Bühne stand auf der Willy-Brandt-Straße, dort begann und endete der Demonstrationszug. Die fünf Kilometer lange Route führt bis zu den Wallanlagen, am Johannes-Brahms-Platz vorbei um die Binnenalster herum über den Ballindamm.

Kundgebungen in vielen deutschen Städten

Bundesweit gab es am Freitag etwa 400 Demonstrationen unter dem Motto "#AllefürsKlima". Auch in Norddeutschland gab es zahlreiche Kundgebungen anlässlich des "globalen Klimastreiks". Viele Umweltorganisationen hatten zur Teilnahme aufgerufen.

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Demonstranten stehen auf der Klimastreikdemonstration von "Fridadys for Future" bereit zu einem Umzug durch die Hamburger Innenstadt. © picture alliance / dpa Foto: Markus Scholz

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.07.2021 | 19:00 Uhr

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