Stand: 12.07.2019 07:48 Uhr

Flüchtlings-Initiative enttäuscht vom Senat

Drei Jahre nach Abschluss von Bürgerverträgen zur Integration von Flüchtlingen zieht die Initiative "Hamburg für Gute Integration" eine negative Bilanz. Die Kernforderung nach möglichst kleinen Unterkünften werde nicht ausreichend erfüllt. Der Senat halte seine Zusagen nicht ein, bemängelt die Initiative.

Großunterkünfte in wenigen Stadtteilen

Die Bürgerinitiative hatte 2016 zusammen mit anderen Gruppen in einem Bürgervertrag die Verpflichtung der Stadt eingeholt, dass Bewohner von Großunterkünften innerhalb weniger Jahre auf die ganze Stadt verteilt werden sollen - für eine bessere Integration. Genau diese Forderung sei aber nicht erfüllt. Schlimmer noch: Der Integrationserfolg werde durch die Politik des Senats gefährdet.

Keine wirkliche Mischung

Noch immer befänden sich die 130 Flüchtlingsunterkünfte in nur 30 Stadtteilen. Deshalb sei die Mischung in Schulen oder Kitas unter dem angestrebten Ziel. In den Containerdörfern würden Mindestwohnstandards nicht erfüllt. Außerdem kritisiert die Initiative, dass Fördern und Wohnen ein Monopol bei der Unterbringung habe. Und: Die vereinbarte Zahl von maximal 300 Flüchtlingen werde erst an 43 Standorten erreicht.

Wo Flüchtlinge Wohnungen frei machen, ziehen laut Initiative "Hamburg für Gute Integration" häufig neue Flüchtlinge ein, sie stünden also nicht Sozialmietern zur Verfügung. Deshalb, so der Sprecher Klaus Schomaker bei NDR 90,3, "haben wir die Integrations-Ampel auf Rot" gestellt.

Sozialbehörde kritisiert Vorwürfe

Die Sozialbehörde kritisiert die pauschalen Vorwürfe. Sie würden den Blick auf die Fakten verstellen, hieß es. Große Standorte würden - wie vereinbart - abgebaut. Im überregionalen Vergleich schneide Hamburg gut ab. Allein etwa 18.000 Flüchtlinge seien bereits auf dem Arbeitsmarkt angekommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.07.2019 | 12:00 Uhr

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