Silvesterfeuerwerk zum Jahreswechsel 2020 an den Hamburger Landungsbrücken, Schaulustige fotografieren es mit dem Handy. © picture alliance/Jonas Walzberg/dpa Foto: Jonas Walzberg

Feuerwerk: Hamburg erwägt besonders strenge Regeln

Stand: 26.11.2020 17:47 Uhr

Ein allgemeines Böllerverbot an Silvester ist vom Tisch. Doch der rot-grüne Hamburger Senat deutete an, dass es in Hamburg besonders scharfe Regeln geben könnte.

Dirk Kienscherf reagiert auf das neue Infektionsschutzgesetz
Hamburgs SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf (Archivfoto) kann sich eine große Lichtshow nach der Corona-Pandemie vorstellen.

"Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie müssen wir in diesem Jahr zusätzlich dafür Sorge tragen, dass Feuerwerkskörper nicht dazu führen, dass sich große Ansammlungen von Menschen bilden", erklärte SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf. Deshalb wolle Rot-Grün neben den böller- und feuerwerksfreien Zonen im Bereich der Binnenalster, der Reeperbahn und an den Landungsbrücken "weitere Straßen und Plätze überprüfen".

Feuerwerk nur um Mitternacht herum?

Zudem werde überlegt, die Zulassung des allgemeinen Feuerwerks auf einen konkreten Zeitraum - etwa um Mitternacht herum - einzuengen. Nach den Vorstellungen der Regierungskoalition könnte es dann nach Bewältigung der Corona-Pandemie eine große von der Stadt organisierte Lichtshow für alle Hamburgerinnen und Hamburger geben. Am Freitag will der Senat in einer Sondersitzung über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise entscheiden.

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Hersteller beklagen Unsicherheit

Laut Michael Kandler, Geschäftsführer von Nico Feuerwerk, bleibt die Unsicherheit fürs Geschäft groß. "Wir haben die Ware vor einem Jahr gekauft und sie vorfinanziert." Bereits im Sommer seien Großfeuerwerke ausgefallen - auch wegen der Absage des Hafengeburtstags. Für rund 100 Mitarbeitende liege der Fokus jetzt auf dem Silvestergeschäft.

Beim Branchenriesen Weco hatte man sich zuvor grundsätzlich zufrieden damit geäußert, dass es kein Verkaufsverbot gibt. Ein Sprecher des Unternehmens sagte im Gespräch mit NDR 90,3, dass man bei den Verkaufszahlen schauen müsse, wie sich der Appell der Politik auswirke, dieses Jahr freiwillig auf Knallerei zu verzichten. Gerade im privaten Kreis könne ja Corona-konform mit Feuerwerk gefeiert werden.

In den vergangenen beiden Jahren lag der Umsatz mit Feuerwerk nach Branchenangabe zwischen 120 und 130 Millionen Euro.

GdP: Grundsätzliches Feuerwerksverbot nicht durchzusetzen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt das Verbot an bestimmten Plätzen. Für Hamburgs GdP-Chef Horst Niens sorgt es für eine breitere Akzeptanz der Bevölkerung, wenn Traditionen wie das Silvester-Feuerwerk nicht grundsätzlich verboten werden. Um ein solches Verbot durchzusetzen, hätte die Polizei laut Gewerkschaft auch nicht genug Einsatzkräfte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.11.2020 | 17:30 Uhr

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