Stand: 18.01.2019 13:08 Uhr

Eugen Block: Zu viele neue Hotels in Hamburg

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Eugen Block (r.) ist selbst Hotelier: In Hamburg betreibt er das Grand Elysée.

Das Fünf-Sterne Haus Fraser Suites in der ehemaligen Oberfinanzdirektion am Rödingsmarkt und das geplante 1.000-Betten-Haus von Bauunternehmer Arne Weber am Harburger Binnenhafen sind Beispiele für den Trend in Hamburg: In den kommenden drei Jahren eröffnen mehr neue Hotels in der Hansestadt als je zuvor. Insgesamt sind es rund 30 neue Häuser mit 12.000 Betten. Für Eugen Block mit seinem Hotel Grand Elysee am Dammtor sind das zu viele Neubauten: "So viel mehr Touristen kriegen wir ja auch nicht, also es wird nicht leichter für uns Hoteliers", sagte Block am Donnerstagabend im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten.

Block prognostiziert Hotelsterben

Vor allem der frühere Bürgermeister Olaf Scholz habe Hotelneubauten massiv gefördert, sagte der 78-Jährige. Er fordert ein Umdenken. Hamburg sei zwar eine wachsende Stadt, aber auch das habe seine Grenzen - zumindest bei den Hotels. Block sagte sogar ein Hotelsterben in Hamburg voraus: "Die schießen sich doch wieder selbst aus dem Markt. Wenn es sich um eine Bettenburg handelt, kann das langfristig nicht gutgehen." Vor allem nicht, so Block, angesichts von Preisen von 50, 60 oder 70 Euro pro Nacht, wie sie von großen Hotelketten angeboten würden.

Zahl der Touristen weiter gestiegen

Auch die Grünen im Bezirk Mitte hatten bereits gefordert, neue Hotels nur mit strengen Auflagen zu genehmigen. Die Zahl der Touristen in Hamburg hat im vergangenen Jahr erneut zugenommen. Von Januar bis November wurden laut Statistikamt Nord in den Beherbergungsbetrieben 6.626.000 Gäste gezählt. Das waren knapp sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen stieg um gut fünf Prozent auf 13.433.000.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.01.2019 | 13:00 Uhr

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