Elbtower: SPD-Fraktionschef Kienscherf zuversichtlich

Stand: 28.11.2022 06:13 Uhr

Für den Bau des Elbtowers beginnt eine entscheidende Woche. Die Stadt Hamburg muss beschließen, ob sie ihr Grundstück an den Investor Signa übergibt. Für SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf sieht es ganz danach aus.

Ragt der Elbtower in drei Jahren 245 Meter hoch in den Hamburger Himmel, oder bleibt der Stumpf einer Bauruine? Letzteres befürchten zwei SPD-Abgeordnete, aber nicht ihr Fraktionschef Kienscherf. Die Bürgerschaft habe harte Bedingungen gestellt, und Signa habe reagiert, sagte er NDR 90,3. Kienscherf: "So wie es jetzt aussieht, wie es uns dargelegt worden ist, ist die Finanzierung sehr, sehr solide. Das ist eine Grundvoraussetzung. Das Zweite ist die Vorvermietungsquote, auch die scheint erfüllt zu sein." Rund 50 Prozent der Büros sollen laut Signa vorvermietet sein.

Reinhard Postelt © NDR Foto: Marco Peter
AUDIO: Elbtower: Kienscherf sieht Voraussetzungen erfüllt (1 Min)

Kienscherf sieht kein Risiko

Am Dienstag entscheidet der Haushaltsausschuss, ob die Stadt verkauft. Kienscherf sieht kein Risiko - anders als früher bei der Elbphilharmonie: "Erstmal erhalten wir 120 Millionen Euro, dann gibt es große Bankbürgschaften. Das war uns ja ganz wichtig. Etwas, was wir bei einem anderen großen Bauvorhaben erleben mussten, das ist hier ausgeschlossen." Der Bauherr Signa schaffe nun auf einer Fläche, wo niemand bauen wollte, ein hervorragendes Gebäude von besonderer Architektur.

Die Kritik seiner Abgeordneten versteht der SPD-Fraktionschef. Denn mit dem Signa-Chef René Benko wolle man nicht unbedingt Geschäfte machen. Doch die Elbtower-Gesellschaft ist unabhägig von dessen Kaufhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof.

Weitere Informationen
Eine Konzeptzeichnung zeigt aus der Vogelperspektive Teile der Hafen City und der Veddel und andere angrenzende Stadtteile rund um die Elbe. Zu sehen sind die Elbbrücken, die die Stadtteile miteinander verbinden und der zu bauende Elbtower.

Elbtower: Bauarbeiten liegen drei Wochen vor dem Zeitplan

Der Bauherr betonte außerdem, dass schon über 50 Prozent der Gesamtfläche vorvermietet sei. (23.11.2022) mehr

René Benko vor Beginn eines Prozess gegen ihn und andere Investoren. © picture alliance/dpa/APA | Georg Hochmuth Foto: Georg Hochmuth

Korruptionsprozess erhöht Druck auf Elbtower-Investor Benko

Benko und acht weitere Unternehmer müssen sich seit Dienstag in Wien vor Gericht verantworten. (08.11.2022) mehr

Die Baustelle des Elbtowers in der Hafencity. © picture alliance

Elbtower-Baustelle könnte zur Gefahr für den Bahnverkehr werden

Ein Szenario, bei dem der Boden bei den Elbbrücken samt Gleisen absacken könnte, sei nicht auszuschließen. Der Bauherr versucht zu beruhigen. (13.10.2022) mehr

Der geplante Elbtower bei Dämmerung © Screenshot

Elbtower in Hamburg wird deutlich teurer als bislang geplant

950 Millionen Euro soll Hamburgs höchstes Haus laut Investor Signa nun kosten. Bislang war von 700 Millionen Euro die Rede. (22.08.2022) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.11.2022 | 07:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Hafencity

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) im Interview. © Screenshot

Messerattacke in Zug: Gallina weist Vorwürfe zurück

Justizsenatorin Gallina hat sich nach dem Messerangriff von Brokstedt erstmals geäußert. Der mutmaßliche Täter war in Hamburg aus der U-Haft freigekommen. mehr