Stand: 07.07.2020 06:05 Uhr  - Hamburg Journal

Elbkinder-Kitas: Warnstreik der Servicekräfte

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Die Beschäftigten der Elbkinder-Kita-Servicegesellschaft sind unter anderem für Hygiene und Essen in den Kitas zuständig. (Archivbild)

Die Gewerkschaft ver.di hat für heute die 850 Beschäftigten der Elbkinder-Kita-Servicegesellschaft (EKSG) in Hamburg zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Damit soll der Forderung nach zehn Prozent mehr Geld in den Verhandlungen mit dem Arbeitgeber Nachdruck verliehen werden. Verhandlungsführerin Heike Stein sagte, die Entscheidung für einen Warnstreik in Zeiten von Corona sei nicht leicht gefallen.

Ver.di bezeichnet Arbeitgeber-Angebot als "Provokation"

Es sei nicht einzusehen, dass gerade die, die den Laden am Laufen halten, indem sie für Hygiene und gutes Essen für die Kinder sorgen, mit ein paar Cent abgespeist werden sollen. Bislang habe die Geschäftsführung der EKSG, eine Tochter der städtischen Elbkinder-Kitas Hamburg, 1,1 Prozent mehr Geld und einen Tag frei in diesem Jahr geboten, sagte Stein. Dies entspreche einem Plus von 15 Cent pro Stunde und sei eine "Provokation", so die Verhandlungsführerin.

Vorwurf: Arbeitgeber will "Hamburger Mindestlohn" nicht zahlen

Die Gewerkschaftsforderung von zehn Prozent mehr würde ein Plus von 76 Cent pro Stunde bedeuten, womit dann auch der vom rot-grünen Senat verabredete "Hamburger Mindestlohn" von zwölf Euro pro Stunden erreicht werde. "Dass eine 100-Prozent-Tochter der Stadt nicht den Hamburger Mindestlohn von zwölf Euro bezahlen will, ist in keiner Weise akzeptabel", sagte Stein.

Elbkinder-Kitas: 12 Euro Mindestlohn ab Mai 2021

Bei den Elbkinder-Kitas versteht man die Aufregung nicht. Nach Unternehmensangaben kommt der Mindestlohn von zwölf Euro ohnehin - allerdings nicht in diesem Jahr, so wie von ver.di gerfordert, sondern zum Mai kommenden Jahres. Dies sei mit der Gewerkschaft längst abgesprochen gewesen. Eltern und Kinder werden von dem Warnstreik am Dienstag wenig mitbekommen, so das Versprechen des Kitabetreibers. Dort, wo sich viele Beschäftigte beteiligen, würden externe Firmen die Reinigung und Essensversorgung übernehmen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 07.07.2020 | 05:30 Uhr

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