Stand: 11.05.2020 17:51 Uhr  - NDR 90,3

Eilantrag gegen Kraftwerk Wedel

Der Streit um das alte Kohlekraftwerk in Wedel geht weiter: Eine Bürgerinitiative hat am Freitag beim Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgericht einen Eilantrag zur Abschaltung gestellt. Die Klage richtet sich gegen das Umweltlandesamt - das ist die Aufsichtsbehörde, die für das Kohlekraftwerk in Wedel zuständig ist. Der Anwalt der Initiative begründet die Klage damit, dass die ausgestoßenen Partikel gesundheitsschädlich seien. Das hätten mehrere Gutachten bestätigt. Zwar laufen bereits seit Jahren Verfahren gegen das Kraftwerk, doch die Anwohnerinnen und Anwohner könnten wegen der drohenden Gefahr nicht auf ein Urteil warten. Deswegen müsse das Kraftwerk sofort stillgelegt werden, argumentiert die Bürgerinitiative und kündigte im Gespräch mit NDR 90,3 weitere Eilklagen an.

Kraftwerk gehört der Stadt Hamburg

Das Wedeler Kraftwerk gehört inzwischen der Stadt Hamburg, die es zusammen mit dem Fernwärmenetz von Vattenfall übernommen hat. Die Umweltbehörde plant, die alte Anlage durch ein Gaskraftwerk südlich der Elbe zu ersetzen - allerdings erst in fünf Jahren. Die Umweltbehörde wollte die Klage zunächst nicht kommentieren, da sie der Behörde noch nicht vorliege.

Die Linke kritisiert Senat

"Wenn das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht der Klage stattgibt, fällt die gesamte Fernwärmeplanung der Stadt wie ein Kartenhaus zusammen", kritisiert Stephan Jersch von der Linken. Dem Senat sei bewusst gewesen, dass er Vattenfall "eine Industrieruine abkauft".

Betreiber sieht keine Chance für Klage

Der städtische Fernwärmebetreiber Wärme Hamburg beurteilte die Klage einer Bürgerinitiative zur Abschaltung des Kohlekraftwerkes Wedel als aussichtslos. Ein Sprecher teilte mit, das Kraftwerk halte alle Schadstoff-Grenzwerte ein. Gutachten hätten zudem bestätigt, dass von den ausgestoßenen Partikel keine Gesundheitsgefahr ausgingen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.05.2020 | 06:00 Uhr

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