Stand: 15.10.2019 11:15 Uhr

Drei Jahre nach Alster-Mord: Ermittler geben nicht auf

Drei Jahre nach dem Mord an einem 16-jährigen Schüler an der Hamburger Alster ist der Täter weiterhin flüchtig. "Es gibt eine Vielzahl an Spuren, aber es hat sich nichts so verdichtet, dass man von einem Durchbruch sprechen kann", sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach. Gleichwohl geben die Ermittler nicht auf. Man habe zwar keinen neuen spektakulären Ansatz, dennoch würde die Mordkommission weiter mit Hochdruck an dem Fall arbeiten, sagte Frombach NDR 90,3. Ein psychatrischer Sachverständiger soll jetzt ein neues Profilbild des Täters erstellen.

Abgleich mit mehr als 4.000 Akten

Dieses Bild wollen die Kriminalisten mit den mehr als 4.000 Spurenakten abgleichen, die sich inzwischen zu dem Fall angesammelt haben. Diese Akten beeinhalten gesammelte Zeugenhinweise und Daten. Unter anderem geht es um Handys, die damals in Tatortnähe eingeloggt waren oder um Berichte über Personen, die vor drei Jahren mit einer Handverletzung in Krankenhäusern behandelt wurden. Die Kriminalpolizei ist sicher, dass sich der Täter bei dem Mord selbst verletzte.

16-Jähriger am 16. Oktober 2016 erstochen

Der Jugendliche war am Abend des 16. Oktober 2016 mit einer Freundin an die Alster gegangen. Während die beiden nahe der Kennedybrücke am Ufer saßen, näherte sich plötzlich ein Unbekannter von hinten und stach mehrfach mit einem Messer auf den Gymnasiasten ein. Der Täter stieß die damals 15 Jahre alte Freundin des Schülers ins Wasser. Das Mädchen konnte sich unverletzt aus der Alster retten. Der Jugendliche starb wenig später im Krankenhaus.

Große Anteilnahme

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Nach dem Mord lagen zahlreiche Blumen und Kerzen am Tatort.

Die Hamburger hatten mit großer Anteilnahme auf das Verbrechen reagiert. Monatelang standen Blumen und Grablichter am Tatort. Die Polizei fahndete öffentlich nach einem Mann mit südländischer Erscheinung Anfang 20. Eine Bekennermeldung des Islamischen Staates zwei Wochen nach der Tat hielten die Ermittler für unglaubwürdig. Die Staatsanwaltschaft setzte eine Belohnung von 5.000 Euro aus. Auch die ZDF-Sendung "Aktenzeichen xy... ungelöst" griff den Fall auf. Bislang blieben jedoch alle Bemühungen erfolglos.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.10.2019 | 11:00 Uhr

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