Stand: 21.11.2017 20:09 Uhr

Drei Jahre Gefängnis für G20-Randalierer

Das Hamburger Amtsgericht hat am Dienstag die bisher höchste Strafe infolge der Krawalle während des G20-Gipfels verhängt: Ein 28-jähriger Hamburger, der sich massiv an den Ausschreitungen im Juli beteiligt hatte, muss für drei Jahre ins Gefängnis. Er wurde wegen besonders schweren Landfriedensbruchs, versuchter gefährliche Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte in acht Fällen verurteilt.

Geständnis abgelegt

Der Angeklagte aus St. Pauli hatte über drei Stunden hinweg immer wieder Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen. Außerdem war er bei den Plünderungen von zwei Supermärkten und einer Drogerie dabei. Er hatte vor Gericht ein umfassendes Geständnis abgelegt. Zudem habe das "gut recherchierte Videomaterial" der Polizei die Vorwürfe der Anklage bestätigt, sagte die Richterin.

Der 28-Jährige war bei den Taten nicht vermummt. Die Staatsanwaltschaft erklärte, bei den Taten sei er zwar unprofessionell gekleidet gewesen, habe aber professionell gehandelt. Er habe an "vorderster Front" an dem Gewaltexzess teilgenommen. "Es gab nicht viel zu leugnen, die Bilder sprechen für sich", erklärte die Staatsanwaltschaft. 

"Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte"

Der 28-Jährige gab sich reuig. Er wisse selbst nicht, was ihn an diesem Abend geritten habe, sagte er. Er sei nur aus Neugierde ins Schanzenviertel gegangen, nachdem er Fernsehbilder der Ausschreitungen gesehen hatte. Dort habe ihn die Menge mitgerissen - obwohl er wegen einer anderen Straftat noch unter Bewährung stand. "Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich an dem Abend einfach zu Hause bleiben und mir alles im Fernsehen anschauen", sagte er am Dienstag.

Das Gericht blieb mit dem Strafmaß unter der von der Staatsanwaltschaft geforderten Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die zuvor härteste Strafe im Zusammenhang mit den Ausschreitungen während des G20-Gipfels war im ersten Prozess Ende August gegen einen 21-Jährigen aus den Niederlanden verhängt worden. Er wurde zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.11.2017 | 14:00 Uhr

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