Stand: 30.05.2019 06:13 Uhr

Die "No. 5 Elbe" ist zurück in Hamburg

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Er ist wieder da: Der Lotsenschoner "No. 5 Elbe" wird im Sandtorhafen begrüßt.

Mehr als 130 Jahre lang segelte er in der Elbmündung, in der Nordsee und auf dem Atlantik, jetzt bekam er seine erste richtige Generalüberholung: Der Lotsenschoner "No. 5 Elbe" ist nach einer aufwendigen neunmonatigen Sanierung bei einer Werft im dänischen Hvide Sande nach Hamburg zurückgekehrt.

Das Schiff war am Dienstagmorgen in Dänemark aufgebrochen, über Nacht nach Cuxhaven gesegelt und am Mittwochabend gegen 17.15 Uhr schließlich zurück im Sandtorhafen eingelaufen. Mitglieder des Vereins "Freunde des Lotsenschoners No. 5 Elbe" nahmen den Segler begeistert in Empfang. Bereits am Wochenende soll er wieder erste Gästefahrten unternehmen.

"No. 5 Elbe": Harte Arbeit für ein neues Leben

Seit 2002 wieder in Deutschland

Das Schiff hat eine äußerst bewegte und bewegende Geschichte. Gebaut 1883 bei der Stülcken-Werft in Hamburg, diente der Lotsenschoner mehrere Jahrzehnte dazu, Lotsen in der Nordsee an Bord der einlaufenden Schiffe zu bringen - und wieder zurück. Nach der Außerdienststellung wurde die "No. 5 Elbe" in den 1920er-Jahren in die USA verkauft, diente dem Autor und Abenteurer Warwick Tompkins und seiner Familie als schwimmendes Zuhause. Tompkins segelte mehrmals über den Atlantik und setzte dem Schiff, das damals "Wander Bird" hieß, mit Büchern und Filmen ein Denkmal. Seit 2002 ist der Lotsenschoner wieder in Deutschland, nimmt bei Tagestörns auch Gäste mit an Bord.

Ehrenamtliche unterstützen Restaurierung

Das Schiff wurde in Dänemark grundüberholt: Die Spanten, quasi die Rippen des Lotsenschoners, waren nach mehr als 130 Jahren nicht mehr fest genug. Rund zwei Drittel von ihnen mussten erneuert werden, dazu der komplette Kiel und alle Planken. "Von außen ist eigentlich alles beim Alten geblieben. Von innen ja erst recht", sagte Joachim Kaiser von der Stiftung Hamburg Maritim, der das Schiff gehört. "Wir haben im Grunde diese Restaurierung um die historische Inneneinrichtung herum ausgeführt. Das war die größte Reparatur, die das Schiff je gehabt hat in einem Stück. Das wird man so schnell nicht wieder müssen - aber auch nicht können."

Ehrenamtliche halfen mit bei der Restaurierung, die im September 2018 begonnen hatte. Rund 1,5 Millionen Euro haben die Arbeiten insgesamt gekostet. Das Geld kam unter anderem vom Bund, von der Stadt Hamburg und von privaten Spendern.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.05.2019 | 06:18 Uhr

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