Stand: 16.01.2019 20:54 Uhr

Die Hafencity wächst über sich hinaus

von Reinhard Postelt und Marc-Oliver Rehrmann

Die Hamburger Hafencity wächst und wächst. In diesem Jahr wird der Stadtteil weiter an die Elbbrücken heranrücken. Mit dem 244 Meter hohen "Elbtower" ist schon der Schlussstein im Osten geplant. Aber inzwischen richten die Stadtplaner den Blick über die Grenzen der Hafencity hinaus. Die angrenzenden Stadträume Billebogen und Kleiner Grasbrook sollen neu gestaltet werden.

CGI-Rendering Entwürfe der zukünftigen Hafencity.

Hamburgs Zukunftsprojekte an Elbe und Bille

Hamburg Journal -

Während die Hafencity noch im Werden ist, sind bereits neue Projekte angedacht - wie der Grasbrook oder der Billebogen. Die HafenCity GmbH hat die Pläne vorgestellt.

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Hafencity: 800 neue Wohnungen entstehen

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Am Baakenhafen in der Hafencity sind in jüngster Zeit etliche neue Gebäude entstanden.

"Die Hafencity wächst jetzt an allen Ecken und Enden", sagte der Geschäftsführer der städtischen Hafencity GmbH, Jürgen Bruns-Berentelg, am Mittwoch bei einer Barkassen-Rundfahrt mit Journalisten. 800 neue Wohnungen sollen allein in diesem Jahr entstehen. Und auch auf der Riesen-Baustelle für das Milliarden-Projekt Überseequartier im Herzen der Hafencity geht es voran. Momentan wird in der Baugrube der erste von insgesamt 23 Kränen aufgestellt. "Das Überseequartier ist viel mehr als ein Shopping-Center", meinte Bruns-Berentelg. "Neben den 200 Läden wird es auch 600 Wohnungen geben, 1.200 Hotelbetten und einen vertikal organisierten Kreuzfahrt-Terminal. Welches Shopping-Center hat das schon?" Zugleich wehrt sich der Hafencity-Chef gegen Kritik, das Projekt sei überdimensioniert. "Das Überseequartier wird ein außerordentlicher Gewinn für die Hafencity sein." Voraussichtlich im kommenden Mai wird der Grundstein gelegt. Ein eigenes Beton-Mischwerk wird auf dem Gelände errichtet, um die Zahl der Lkw-Transporte möglichst gering zu halten.

"Elbtower ist nachhaltigstes Hochhaus Europas"

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So ähnlich wie in dieser Visualisierung soll der "Elbtower" an den Elbbrücken aussehen.

Auch für den umstrittenen "Elbtower" an den Elbbrücken machte sich Bruns-Berentelg stark. "Er wird ein großes Signal setzen." Wer künftig die Stadt von Süden erreiche, werde beim Anblick des "Elbtowers" wissen: Jetzt bin ich in der Großstadt Hamburg angekommen. Der Hafencity-Chef bezeichnete den Turm als das nachhaltigste Hochhaus Europas. 5.000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Wohnungen sind wegen des hohen Verkehrslärms nicht vorgesehen. Falls die Hamburgische Bürgerschaft dem privat finanzierten Milliarden-Projekt in den kommenden Monaten zustimmt, könnte im Jahr 2021 Baubeginn sein. Die Eröffnung wäre dann 2025 oder 2026.

Aus für das "Autobahn-Kleeblatt"

Das Gebiet gleich nördlich des Elbtowers soll ebenfalls neu gestaltet werden. Die Verkehrsschneise aus den 1960er-Jahren soll ihren abweisenden Charakter verlieren. Das prägende "Autobahn-Kleeblatt" mit seinen Zu- und Abfahrten soll zurückgebaut werden, um neue Bauflächen zu schaffen. Im Laufe des Jahres sollen Ideen für das Quartier mit dem Namen Billebogen entwickelt und geprüft werden.

"Innenstadt wächst über die Elbe"

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Der Moldauhafen auf dem Kleinen Grasbrook soll Teil des neuen Stadtteils werden.

Symbolträchtiger sind aber die Pläne für den Kleinen Grasbrook, also den Stadtteil, der jenseits der Norderelbe liegt - gleich gegenüber der Hafencity. Bislang ist das Gebiet fest in der Hand der Hafenwirtschaft. Nun soll auf einem Teil des Geländes ein neuer, innovativer Stadtteil entstehen. "Die Innenstadt schiebt sich über die Elbe", meinte Bruns-Berentelg dazu. 3.000 Wohnungen könnten entstehen, und Platz für 16.000 Jobs. "Hamburg kann sich glücklich schätzen, in einer so zentralen Lage einen Stadtraum von mehr als 300 Hektar neu zu erfinden", sagte der Hafencity-Chef. Seit Ende 2018 läuft ein Ideen-Prozess, an dem sich alle Hamburger beteiligen können.

Karte: Geplante Nachbar-Quartiere der Hafencity

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.01.2019 | 15:00 Uhr

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