Stand: 08.04.2018 07:07 Uhr

Demo gegen Rote Flora sorgt für Behinderungen

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Zur Demo am Schlump kamen nur wenige Menschen. Es gab jedoch erhebliche Verkehrsbehinderungen.

Eine Demonstration einer Initiative aus dem rechten Spektrum hat die Hamburger Polizei am Sonnabendnachmittag beschäftigt. Rund um den Kundgebungsort am U-Bahnhof Schlump wurden die Straßen weiträumig gesperrt - unter anderem die Schäferkampsallee. In der Folge kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt.

30 Demonstranten und sechs Wasserwerfer

Sechs Wasserwerfer und mehrere Hundertschaften der Polizei wurden am Schlump postiert. Statt der erwarteten 150 Demonstranten kamen lediglich 30. Auf Facebook wurde die Kundgebung am U-Bahnhof Schlump unter dem Motto "Gegen linke Gewalt" von mehreren AfD-Anhängern und Mitgliedern unterstützt. Sie richtete sich gegen einen Antifa-Kongress in der Roten Flora. Aus Sicht der Linksautonomen handelte es sich dabei um eine gezielte Provokation. Rund 370 linke Gegendemonstranten hatten sich in den umliegenden Straßen versammelt. Es blieb aber friedlich.

Linke Gruppen diskutieren im Schanzenviertel

Das Motto des Kongresses in der Roten Flora lautet "Bilden, Organisieren, Zurückschlagen". Bis zum Sonntag finden sich linke Gruppen zu dem Kongress im Hamburger Schanzenviertel ein. Man wolle diskutieren, sich kennenlernen und vernetzen, heißt es in dem Aufruf der Organisatoren. Die Teilnehmerzahl ist unklar, auf der Internetseite hieß es allerdings, dass sich der Aufruf nur an Menschen aus Hamburg und der Umgebung richte. Am Sonnabend sollen rund 40 Teilnehmer gekommen sein.

Strategien gegen Rechtsruck

Für die Organisatoren ist klar: Auch in Deutschland gibt es einen Rechtsruck, die AfD bestimmt immer häufiger die öffentliche Diskussion. Auf dem dreitägigen Kongress wollen sie nach eigenen Angaben darüber reden, mit welchen Strategien sie sich diesem Rechtsruck entgegen stellen können. Eine Möglichkeit dafür seien breite Bündnisse wie beim Protest gegen die Anti-Merkel-Demonstrationen, sagte einer der Organisatoren im Gespräch mit NDR 90,3.

CDU und AfD fordern harten Kurs gegen Rote Flora

Der geplante Kongress mit Workshops und Vorträgen zu Themen wie "Selbstverteidigung und Kampfsport" oder "Antifa bleibt Handarbeit" im linksautonomen Zentrum Rote Flora stößt bei Politik und Polizei auf Kritik. Der Senat lasse sich "weiter von den Autonomen auf der Nase herumtanzen", sagte der Innenexperte der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Dennis Gladiator, am Freitag. Der Antifa-Kongress zeige, dass "der Senat nicht willens und in der Lage ist, dem linksextremen Spuk ein Ende zu bereiten". Leidtragende seien Polizisten und Bürger.

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der AfD-Fraktion, Jörn Kruse. Er warf dem neuen Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) vor, durch Untätigkeit Linksextremisten in der Roten Flora zu protegieren. Dressel verzichte lieber auf die Durchsetzung des Rechtsstaats "als in der linken Szene anzuecken". Dressel hatte im "Hamburger Abendblatt" zur Besonnenheit aufgerufen. "Öffentliche Räumungsforderungen und andere Zündeleien im politischen Raum, egal von welcher Seite, helfen nicht weiter."

Polizeigewerkschaften fordern harten Kurs

Zuvor hatten die Polizeigewerkschaften klare Vorgaben für die Rote Flora und ein härteres Durchgreifen von Seiten der rot-grünen Regierungskoalition gefordert.

Die Grünen-Abgeordnete Antje Möller sieht dagegen kein Problem darin, dass der Antifa-Kongress in der Roten Flora stattfindet. Gewalt sei für sie aber kein Mittel der politischen Auseinandersetzung. SPD-Innenpolitiker Sören Schumacher forderte, dass die Linksaktivisten den Kongress nutzen, um ihr Verhältnis zu Gewalt zu klären.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.04.2018 | 16:00 Uhr

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