Stand: 24.11.2017 17:52 Uhr

Degen will Handelskammer modernisieren

Christi Degen, die designierte Hauptgeschäftsführerin der Handelskammer Hamburg, will in ihrer neuen Aufgabe die Kammer modernisieren und zwischen allen Seiten eine vermittelnde Position einnehmen. Es gebe schon lange im deutschen Kammerwesen einen Modernisierungsbedarf im Hinblick auf Transparenz und die Einbindung der Unternehmen in die politische Meinungsfindung, sagte Degen im Vorfeld ihrer Berufung am Freitag in Hamburg.

Designierte Geschäftsführer der Handelskammer Christi Degen.

Christi Degen plant Reformen für Handelskammer

Hamburg Journal -

Christi Degen wird voraussichtlich neue Geschäftsführerin der Handelskammer. Die Kölnerin will die Kammer modernisieren. Am 11. Dezember soll sie ihren Dienst antreten.

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Degen will sich auch künftig in öffentliche Debatten einmischen. Es sei ja gerade Auftrag der Kammern, den Dialog mit der Politik zu suchen. Im Gespräch mit NDR 90,3 sagte sie: "Es darf natürlich nicht dazu kommen, dass einzelne Amtsträger - ob Haupt- oder Ehrenamt - einfach aus dem Bauch heraus politische Meinungen kundtun." Notwendig sei, dass die Kammer nach außen die Positionen der Mitgliedsunternehmer wiederspiegelt.

Hamburg als Pilotprojekt für Modernisierung

Angesichts der geplanten Reform der Hamburger Handelskammer würden viele auf Hamburg blicken, sagte die 53-jährige. "Wir stehen hier im Rampenlicht, wenn wir es gut machen, dann kann Hamburg ein Pilotprojekt werden für die Modernisierung der Kammern in Deutschland."

Dienstantritt Mitte Dezember

Die neue Hauptgeschäftsführerin soll in der Sitzung des Handelskammer-Plenums am 8. Dezember gewählt werden und unmittelbar nach dem darauf folgenden Wochenende am 11. Dezember ihren Dienst antreten. 

Nachfolgerin von Schmidt-Trenz

Die Volkswirtin wird Nachfolgerin von Ex-Kammerchef Hans-Jörg Schmidt-Trenz, der nach mehr als zwei Jahrzehnten im Amt im Mai seinen Posten niedergelegt hatte. Zwischen ihm und dem neuen Präsidium war das Vertrauensverhältnis zerrüttet. Die sogenannten Kammerrebellen unter Führung von Präses Tobias Bergmann wollten einen anderen Kurs einschlagen und hatten angekündigt, die Pflichtbeiträge für Mitgliedsunternehmen abschaffen zu wollen. Auch das Gehalt von Schmidt-Trenz von rund 500.000 Euro jährlich war zum Knackpunkt geworden. Das Bündnis "Die Kammer sind WIR", das 55 der 58 direkt gewählten Mitglieder des Plenums stellt, hatte gefordert, das Gehalt um mehr als die Hälfte zu kürzen. Degen soll nun inklusive Pensionsansprüchen rund 180.000 Euro pro Jahr bekommen. Dazu sagte Degen am Freitag: "Dass was vorher hier galt, war ja nicht üblich."

Die 53 Jahre alte Volkswirtin war bis April Hauptgeschäftsführerin der IHK für Oberfranken in Bayreuth. Dort hatte sich Degen im Frühjahr mit der Kammerführung auf eine Vertragsauflösung verständigt, nachdem es dort Differenzen über die Ausrichtung gab. Degen wollte eigenen Angaben zufolge die Kammer modernisieren, was auf Widerstand traf. Für den Posten in Hamburg gab es den Angaben der Kammer zufolge mehr als 150 Bewerbungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.11.2017 | 17:00 Uhr

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