Stand: 19.03.2020 10:01 Uhr  - Hamburg Journal

Coronavirus: Hamburgs Schulen länger geschlossen

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Mit einem Hinweisschild an der Eingangstür organisiert die Ida-Ehre-Schule in Harvestehude die Notbetreuung.

Die Schulen in Hamburg bleiben bis zum 19. April und damit über Ostern hinaus geschlossen. Das sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Mittwochabend im NDR Hamburg Journal. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus und zum Schutz von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonal bleiben die Schulen damit drei Wochen länger geschlossen, als bislang vorgesehen. Hamburg zieht mit diesem Schritt mit Schleswig-Holstein gleich. Am Donnerstag wurde dann auch die Schließung der Kitas bis zum 19. April verkündet.

Abitur findet in Hamburg wohl wie geplant statt

Trotz der Corona-Pandemie werden die Abiturprüfungen in Hamburg nicht verschoben. Das sagte der Sprecher der Schulbehörde, Peter Albrecht, am Mittwochabend auf dpa-Anfrage zu entsprechenden Medienberichten. "Die Terminplanung ab dem 16. April wird beibehalten." Ergänzt werde aber eine "dritte Terminschiene" für den Fall, dass Schüler in Quarantäne oder erkrankt sind und weder an den regulären Terminen noch an den Nachschreibterminen teilnehmen können. "Klar ist natürlich, dass wir Hygienebedingungen - wie Abstandsregeln - einhalten werden", sagte Albrecht weiter. "Wir müssen jetzt gucken, wie dieses Setting konkret gestaltet wird."

Notbetreuung kaum in Anspruch genommen

Nach einer Allgemeinverfügung der Gesundheitsbehörde sind die Schulen und Kitas der Hansestadt bereits seit Montag zu. Für Kinder unter 14 Jahren hat die Stadt eine Notfallbetreuung eingerichtet. Am ersten Tag war diese weniger stark in Anspruch genommen worden, als erwartet. Insgesamt waren es weniger als 700 Schülerinnen und Schüler, die in die Grund- und Stadtteilschulen sowie in die Gymnasien kamen - nur knapp 0,4 Prozent.

Kinder nicht zu Großeltern bringen

Die Schulbehörde hatte mit bis zu 20 Prozent in der Notfallbetreuung gerechnet. Darum hatte sie darauf hingewiesen, dass diese Betreuung vor allem für die Kinder gedacht sei, deren Erziehungsberechtigte in Berufen tätig sind, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung notwendig sind. Dazu zählen etwa das Gesundheitswesen, die Feuerwehr und die Polizei. Kein Kind - das versicherten die Behörden jedoch auch - werde aber vor verschlossen Türen stehen bleiben. Dringend wurde davon abgeraten, die Kinder statt in Kita oder Schule in die Obhut der Großeltern zu geben, da das Coronavirus gerade für ältere Menschen gefährlich sei.

Lehrkräfte und Beschäftigte sollen erscheinen

Die Lehrkräfte und Beschäftigten wurden gebeten planmäßig zu erscheinen, soweit sie nicht zuvor in einem Risikogebiet gewesen sind. Neben der Notfallbetreuung sollen Lehrkräfte organisieren, wie und was ihre Schülerinnen und Schüler von zu Hause aus lernen können.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 19.03.2020 | 07:00 Uhr

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