Stand: 20.04.2020 16:53 Uhr

Coronavirus-Fälle im UKE: Staatsanwaltschaft prüft

von Britta von der Heide und Oda Lambrecht, NDR
Das Eingangsportal des UKE in Hamburg Eppendorf.
Im Hamburger UKE wurden mehrere Patienten und Mitarbeiter mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

Nachdem sich auf der Krebsstation des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) mehrere Patientinnen und Patienten mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hatten, prüft die Hamburger Staatsanwaltschaft nach NDR Informationen nun einen Anfangsverdacht auf eine Straftat. Das bestätigte die Leiterin der Pressestelle, Oberstaatsanwältin Nana Frombach, dem Sender. Über die Aufnahmen von Ermittlungen ist noch nicht entschieden worden.

Zwei Strafanzeigen

Zwei Strafanzeigen seien bei der Staatsanwaltschaft eingegangen, so Frombach. Die eine richte sich gegen Verantwortliche des UKE, die andere gegen eine Reinigungskraft. Auf Nachfrage des NDR erklärte das UKE, der Klinik lägen die Strafanzeigen nicht vor.
 
Das Klinikum nehme aber die Situation gerade in einem solch sensiblen Bereich sehr ernst und bedauere sehr, dass es hier eine Häufung von Infektionen gegeben habe, so UKE-Sprecherin Saskia Lemm, die infizierten Patientinnen und Patienten seien umgehend auf spezifische Covid-19-Stationen außerhalb der Onkologie verlegt und dort isoliert untergebracht worden. Betroffene Mitarbeiter befänden sich in häuslicher Isolierung, so Lemm.

Rund 40 Personen betroffen

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass sich mehrere Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende der onkologischen UKE-Station mit dem Coronavirus infiziert hatten. Insgesamt handele es sich um rund 40 Personen.
 
Ein Patient sei am Wochenende verstorben, teilte das UKE am Sonntag in einer Pressemitteilung mit. Der 80-Jährige ist demnach mit einer fortgeschrittenen bösartigen Blutkrebserkrankung und mit einer Corona-Infektion gestorben. Er habe zu den Patientinnen und Patienten gehört, die in der vergangenen Woche positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden seien, hieß es. Weitere Untersuchungen müssten zeigen, ob Covid-19 ursächlich für den Tod des Mannes war, so das UKE.

Wie kam Virus in die Onkologie?

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte zuvor berichtet, dass die Infektionen auf eine Reinigungskraft zurückgehen sollen, die erkrankt zur Arbeit gegangen sei. Dem NDR sagte UKE-Sprecherin Lemm, es sei davon auszugehen, dass die Infektionen nicht auf eine Einzelperson zurückzuführen seien. Aktuell untersuche die Uniklinik die möglichen Infektionswege, so Lemm. Dabei würde auch geprüft, ob jemand vielleicht unbewusst den Erreger weitergegeben habe, weil er selbst keine Symptome einer Corona-Infektion gezeigt habe.

Weitere Informationen
Blick auf den Eingangsbereich des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Erstmals ist in Hamburg eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Es handele sich um einen Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). © picture alliance Foto: Bodo Marks

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.04.2020 | 18:00 Uhr

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