Stand: 12.03.2020 18:18 Uhr

Coronavirus: 26 weitere Infektionen in Hamburg

Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg, spricht auf einer Pressekonferenz im Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf (UKE) zum Thema Coronavirus. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius
Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks (SPD) fordert mehr Unterstützung vom Bund bei der Beschaffung von Schutzkleidung und Beatmungsgeräten. (Archivbild)

Die Hamburger Gesundheitsbehörde hat am Donnerstag 26 weitere Fälle von Coronavirus-Infektionen bestätigt. Damit ist die Zahl der gemeldeten Fälle in der Stadt seit gestern auf insgesamt 80 gestiegen. Trotz der gestiegenen Infektionszahlen sind die Erkrankungen den Angaben zufolge immer noch rückverfolgbar. Einige Infektionen beziehen sich laut der Behörde auf Urlauber, die ein Skigebiet in Ischgl in Österreich besucht haben, das vom Robert-Koch-Institut (RKI) bislang nicht als Risikogebiet eingestuft ist. Hamburg hat den Bund dringend darum gebeten, eine Einstuftung der Region als Risikogebiet zu prüfen.

Empfehlung für Krankenhäuser und Pflegeheime

Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, sind in Hamburg ab sofort nicht nur Großveranstaltungen verboten. Auch Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern sowie Menschen in Pflegeeinrichtungen sollen besser geschützt werden. Die Gesundheitsbehörde rief dazu auf, persönliche Besuche in den entsprechenden Einrichtungen auf das Notwendigste zu reduzieren. Außerdem sollten die Häuser prüfen, Besuchsregelungen einzuschränken und die tägliche Besucherzahl zu begrenzen.

Hamburg fordert stärkere Unterstützung vom Bund

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) rief am Donnerstag den Bund dazu auf, seine Bemühungen um eine zentrale Beschaffung von Schutzkleidung und Beatmungsgeräten für den Gesundheitsbereich zu verstärken und damit die Länder zu unterstützen. "Bei steigenden Fallzahlen werden auch COVID19-Krankenhausbehandlungen zunehmen. Die Kliniken müssen sich auf diese Entwicklung schon jetzt vorbereiten", so die Senatorin.

Weiterer Fall in Führungsakademie der Bundeswehr

Unterdessen gibt es einen vierten bestätigten Coronavirus-Fall in der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Der Lehrbetrieb bleibe vorerst weiter bis Freitag kommender Woche eingestellt, teilte die Bundeswehr mit. Dies betreffe die Clausewitz-Kaserne in Blankenese und die Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne in Osdorf. Zudem seien alle bis Ende des Monats geplanten Dienst- und Ausbildungsreisen storniert und alle Veranstaltungen an der Akademie bis Ende April abgesagt worden. Die Akademie war bereits am Dienstag geschlossen worden, nachdem drei Angehörige positiv auf das neue Coronavirus getestet worden waren.

Informationen und Tipps im Internet

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz hat unter www.hamburg.de/coronavirus eine Internetseite mit allen wichtigen Informationen zum Coronavirus in Hamburg zusammengestellt, die ab sofort abrufbar ist. Neben aktuellen Informationen zu bestätigten Infektionsfällen gibt es Hygienetipps, Reiseempfehlungen sowie einen Überblick über Meldewege, Ansprechpartner und Kontaktadressen.

Hotline eingerichtet

Informationen erhalten Hamburgerinnen und Hamburger auch telefonisch. Zusätzlich zu der bekannten Telefonnummer 116117 wurde bereits in der vergangenen Woche eine neue Hotline unter der Telefonnummer 040 428 284 000 eingerichtet. Diese ist nun rund um die Uhr und an sieben Tagen pro Woche erreichbar. Bislang war die Hotline nur von 7 bis 19 Uhr geschaltet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.03.2020 | 16:00 Uhr

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