Stand: 16.04.2020 12:46 Uhr

Corona: Leonhard will Notbetreuung in Kitas ausweiten

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD). © picture alliance/dpa Foto: Daniel Reinhardt
Hamburgs Sozialsenatorin Leonhard hofft auf eine baldige schrittweise Öffnung der Kitas.

Hamburg will die Notbetreuung in den Kindertagesstätten ausweiten. Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat dabei besonders die Alleinerziehenden im Blick. Die wegen der Corona-Pandemie geltenden Kontaktbeschränkungen seien für Alleinerziehende und für Familien mit Kindern eine große Herausforderung, so Leonhard am Donnerstag bei einer telefonischen Pressekonferenz. Deshalb sollen die Kitas bald auch für Kinder von Alleinerziehenden geöffnet werden.

In der fünften Woche nach den Kita-Schließungen befinden sich derzeit drei bis fünf Prozent der Kinder in der Notbetreuung. Die Erzieher seien angehalten, Kontakt mit Eltern und Kindern zu pflegen, sagte Leonhard. Das funktioniere in der Regel ganz gut. Sie hofft, dass die Kitas bald schrittweise wieder öffnen können. Dabei müsse man auch diejenigen im Blick haben, die im Sommer in die Schule wechseln.

Leonhard sprach sich auch dafür aus, dass vier- bis sechsjährige Kinder möglichst schnell wieder den Vorschulunterricht besuchen können. Gerade in Großstädten wie Hamburg bräuchten viele Vorschulkinder die Sprachförderung. Sonst hätten sie schlechtere Startbedingungen in der Schule.

Viele Anfragen wegen Öffnung der Spielplätze

Außerdem hofft die Sozialsenatorin, dass bald auch wieder die Spielplätze geöffnet werden. "Wir wissen alle, Kinder brauchen andere Kinder für ein gesundes Aufwachsen. Sie brauchen sehr viel Bewegung, sie brauchen diese auch im Freien", sagte Leonhard. Es wäre ihr Wunsch, dass die Ministerpräsidenten auf einer ihrer nächsten Konferenzen über das Thema Spielplatzbetretungsverbot beraten. Da gebe es die meisten Anfragen von Bürgern. "Ich kann Ihnen sagen, dass das Thema ist, zu dem wir mit Abstand die meisten Bürgerbriefe und Mails bekommen."

Immer mehr Hamburger auf Sozialleistungen angewiesen

Infolge der Corona-Krise seien immer mehr Menschen in Hamburg auf Sozialleistungen angewiesen, so Leonhard. Die Zahl der Anträge sogenannter Bedarfsgemeinschaften steige um etwa 1.000 pro Woche, sagte die Sozialsenatorin. In der vergangenen Woche seien sogar 1.900 zusätzliche Anträge gestellt worden. Im März bezogen den Angaben zufolge 93.000 Haushalte in Hamburg Hartz-IV-Leistungen.

Deutlich mehr Hartz-IV-Bezieher

Neben Kurzarbeiterinnen und Kurzarbeitern, die mit ihrem Geld nicht auskommen, seien auch viele Selbstständige betroffen, sagte Leonhard. Wie viele Menschen im Moment in Hamburg von Hartz IV leben, konnte die Senatorin nicht sagen, weil viele Anträge noch nicht bearbeitet seien. Der Bund rechnet mit einer Zunahme von 40 Prozent deutschlandweit. "Diese Situation ist analog in Hamburg", so die SPD-Politikerin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.04.2020 | 13:00 Uhr

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