Stand: 01.04.2020 17:52 Uhr  - NDR 90,3

Corona-Krise: Tschentscher bittet Hamburger um Geduld

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat die Bürgerinnen und Bürger in der Corona-Krise um Geduld gebeten. "Wann der Zeitpunkt gekommen ist, dass wir die in den letzten Wochen getroffenen Maßnahmen schrittweise wieder aufheben, kann derzeit niemand vorhersagen", sagte der 54-Jährige am Mittwoch in einer Regierungserklärung. "Wir brauchen Geduld, denn wir dürfen den Erfolg unserer Strategie nicht aufs Spiel setzen." Hamburg befinde sich im Ausnahmezustand, die globale Ausbreitung eines neuartigen Coronavirus habe auch die Hansestadt ergriffen. Die Lage sei ernst. Tschentscher nannte eine klare Priorität: den Schutz der Schwächsten vor der hoch ansteckenden Krankheit.

Tschentscher dankt für Hilfsbereitschaft

An einem ließ der Bürgermeister keinen Zweifel, Hamburg funktioniere auch in der Krise. Und er sei sehr zuversichtlich: "Bei aller Unsicherheit über die kommenden Wochen und Monate, bin ich überzeugt, dass wir diese Krise gemeinsam gut überstehen können, wenn wir weiterhin zusammenhalten." Er dankte den Hamburgern für ihr verantwortungsvolles Verhalten. "Sie akzeptieren die sehr weitgehenden Einschränkungen in ihrem Alltag und halten sich an die Auflagen, die jetzt erforderlich sind", sagte Tschentscher. Zudem bedankte er sich bei allen Menschen, die sich derzeit für die medizinische Versorgung etwa in Kliniken, Arztpraxen oder Gesundheitsämtern in Hamburg einsetzen. Außerdem gebe es überall in der Stadt große Hilfsbereitschaft, auch das zeige sich in der Krise. "Wir sind eine starke Stadt und stehen gemeinsam gegen Corona", sagte er mit Nachdruck.

Rückhalt fast aller Fraktionen

Unterstützung erhielt Tschentscher von CDU-Fraktionschef Dennis Thering. In dieser für Hamburg so schwierigen Situation sei nicht die Zeit des politischen Parteienstreits. "Nur gemeinsam werden wir am Ende des Tages dieses Virus besiegen", so Thering. Hanseaten stünden in Krisenzeiten zusammen, das zeichne sie in diesen Zeiten aus. Gutes Krisenmanagement bescheinigen auch die Fraktionen von SPD, Grünen und die fraktionslose Abgeordnete Anna von Treuenfels dem Senat. Die Maßnahmen dürften vorerst nicht gelockert werden, meint die Linksfraktion. Die AfD hingegen plädiert für Ausstiegsszenarien.

Sitzung im Großen Festsaal

Die Bürgerschaftssitzung fand nicht im Plenarsaal, sondern im Großen Festsaal des Rathauses statt. Die Sitze wurden für die Abgeordneten mit rund zwei Meter Abstand zu allen Seiten aufgestellt. An der Sitzung sollten auch diesmal etwas mehr als 62 Abgeordnete teilnehmen, damit die verfassungsmäßig gebotene Zahl an Parlamentariern eingehalten wird - entsprechend den Mehrheitsverhältnissen. Zuschauer waren nicht zugelassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.04.2020 | 17:00 Uhr

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