Ein Smartphone auf dem die Luca-App geöffnet ist liegt zusammen mit einer FFP2-Maske auf einem Tisch. © picture alliance/Geisler-Fotopress/Christoph Hard Foto: Christoph Hard

Corona: Kontaktverfolgung in Hamburg mit der Luca-App

Stand: 26.05.2021 10:32 Uhr

Hamburg setzt bei der Kontaktnachverfolgung auf die Luca-App. Sie kann von allen Hamburger Gesundheitsämtern für die Kontaktverfolgung verwendet werden.

Die Luca-App soll die Zettelwirtschaft beenden, die im vergangenen Jahr für die Nutzung der Außengastronomie Gang und Gäbe war. Wenn jetzt in Hamburg Lockerungen bei der Außengastronomie, in Theatern und Museen Schritt für Schritt in Kraft treten, soll die Luca-App einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Gesundheitsämter in Hamburg die möglichen Infektionsketten schneller als bisher nachvollziehen können.

Funktionsweise der Luca-App

Die App kann auf das Smartphone heruntergeladen werden. Die Nutzerinnen und Nutzer hinterlegen ihre Postadresse und Kontaktdaten wie E-Mail und Telefon-Nummer in der App. Wenn Sie einGeschäft, eine Veranstaltung, ein Pflegeheim, ein Theateroder ein gastronomisches Angebot nutzen, checken sie sich dort ein, in dem sie einen QR Code aus der Luca-App vorzeigen, der vor Ort eingescannt wird. Alternativ können sie sich auch selbst einchecken, indem sie einen QR Code im Restaurant oder in der Kneipe mit der App einscannen. Sollte später ein Infektionsfall auftreten, dann kann das Gesundheitsamt mit Hilfe der App alle Menschen verständigen, die in der Nähe zu dem mit Corona infizierten Menschen waren. Ist der Restaurantbesuch zuende, checkt man sich in der Luca-App wieder aus.

Verschlüsselung der Daten

Aus Sicherheitsgründen sind die von der Luca-App gespeicherten Daten verschlüsselt. Sie können von den Behörden nur dann ausgelesen wenn, wenn die App eine Infektionskette registriert. Wenn dies geschieht, müssen die Daten von den Nutzerinnen und Nutzern oder vom Veranstalter für das Gesundheitsamt freigegeben werden. Die Luca-App speichert die Daten vier Wochen lang.

Luca-App ohne Handy

Für Menschen ohne Mobiltelefon bietet das System auch einen Schlüsselanhänger an. Beim Kauf werden die Kontaktdaten einmalig mit dem Schlüsselanhänger verknüpft. Er kann dann zur Registrierung bei Veranstaltungen, in der Gastronomie oder Events verwendet werden. Auch können Veranstalter die Daten auf Papier erfassen und in die Luca-App eingeben.

Wo die Luca-App genutzt werden kann

Überall dort, wo aufgrund der Corona-Regeln eine Kontaktnachverfolgung vorgeschrieben ist, kann die Luca-App eingesetzt werden. Auch für private Treffen kann die App nutzen und damit gegebenenfalls die Kontaktnachverfolgung erleichtern.

Hamburger Gastronomie begrüßt Luca-App

Viele Hamburger Gastronomie-Betriebe wollen die Luca-App für die Kontaktnachverfolgung nutzen, sagte Jens Stacklies, Vizepräsident des Gaststättenverbandes Dehoga. Er schätzt, dass rund 40 Prozent der Betriebe die App einsetzen werden. Bei Einzelhandel und Gastronomie gibt es ein großes Interesse an der Luca-App fest, bestätigt auch Heiner Schote, Teamleiter Handel bei der Handelskammer.

Unterschiede zur Corona-Warn-App

Auch die Corona-Warn-App hat eine Funktion zum Einchecken für Veranstaltungen. Während mit Hilfe der Luca App Kontaktdaten an die Gesundheitsämter weitergegeben werden, bleiben die Daten in der Corona-Warn-App komplett anonym. Da bedeutet, dass nur die Nutzerinnen und Nutzer über ihr persönliches Risiko informiert werden, falls infizierte Personen in der Nähe waren. Die in den Hamburger Corona-Regeln vorgeschrieben Kontaktnachverfolgung lässt sich damit nicht umsetzen. Dafür hat der Senat die Lizenz für die Luca-App erworben.

QR Codes für beide Apps

Es wird zur Zeit daran gearbeitet, dass die QR Codes der Luca-App auch mit der Corona-Warn App genutzt werden können. Dies ist geplant, funktioniert aber aktuell noch nicht.

Bedenken vom Datenschutz

Bundesweit haben Datenschutz- und Computerexpertinnen und -experten kritisiert, dass es bessere Lösungen für die Kontaktnachverfolgung gebe, die Datenschutzwünschen stärker Rechnung tragen. Hamburg hat sich aber wie viele andere Bundesländer dafür entschieden, die App zu nutzen. Nach Angaben von netzpolitik.org wird die App aktuell von 13 Bundesländern verwendet, neben Hamburg auch Niedersachsen, Schleswig Holstein und Mecklenburg- Vorpommern.

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Das Bild zeigt Schlüsselanhänger der Luca App mit einem QR-Code. © picture-alliance Foto: Marcus Brandt

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 19.05.2021 | 10:18 Uhr

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