Stand: 18.10.2020 13:26 Uhr

Corona-Auswirkung: Tauben in Hamburg verhungern

Die Hamburger Stadttauben leiden massiv unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Etwa 1.000 Tauben seien vor allem während des Lockdowns in der Stadt verhungert, schätzt der Verein Hamburger Stadttauben. Weil die Tiere einen schlechten Ruf hätten, finde das bisher aber wenig Beachtung.

Tauben sitzen auf einem Geländer. © NDR Foto: Hans-Wilhelm Schrader

AUDIO: NDR 90,3 Interview mit Gabriele Heepen von Stadttauben e.V. (3 Min)

Den Tauben fehlt das Futter

Noch immer werden viele abgemagerte Tauben aufgefunden, bestätigt auch der Tierschutzverein Hamburg. In der Stadt ließen sich generell viel mehr geschwächte Tiere beobachten als vor der Pandemie, teilt der Hamburger Stadttauben e.V. mit. Das Füttern der Tauben ist in Hamburg im öffentlichen Raum verboten. Durch die Corona-Einschränkungen, besonders durch weniger Gastronomie, fehlen jetzt aber wichtige Nahrungsquellen, etwa Krümel, die in der Außengastronomie anfallen.

Nahrung in Innenstadt schlecht für die Tiere

Generell gilt: Tauben setzten sich dem Stress auf belebten Plätzen nur aus, weil sie Nahrung suchen. In der Stadt finden die Körnerfresser dann meist aber nur Ungesundes wie Pommes oder Kuchenkrümel. Diese Fehlernährung verkürzt die Lebenszeit der Tauben von zehn Jahren auf durchschnittlich nur zwei Jahre. Außerdem wird ihr Kot dadurch stark ätzend und sorgt für die bekannten Verschmutzungen.

Mehr Taubenschläge gefordert

Um die Population in der Stadt langfristig und gesund kontrollieren zu können, fordert der Stadttauben-Verein seit Jahren mehr Taubenschläge in der Stadt. Bisher gibt es für die geschätzt 20.000 Tiere gerade einmal zwei dieser Orte. Der Schlag am Hauptbahnhof wird finanziert von der Deutschen Bahn, ein zweiter Schlag in Mümmelmannsberg wird von der SAGA ermöglicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 18.10.2020 | 11:00 Uhr

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