Chawla zur neuen Vorsitzenden des DGB in Hamburg gewählt

Stand: 08.09.2021 21:03 Uhr

Tanja Chawla ist neue Vorsitzende der Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Hamburg. Eine Delegiertenkonferenz machte die 46-Jährige am Mittwoch mit großer Mehrheit zur Nachfolgerin der langjährigen DGB-Chefin Katja Karger.

Bei einer Enthaltung und einer ungültigen Stimme votierten 36 Delegierte für Chawla. Sie ist seit 2016 Gewerkschaftssekretärin bei ver.di unter anderem zuständig für die Tarifverhandlungen in der Sicherheitsbranche. Sie war die einzige Kandidatin und zuvor von den acht DGB-Gewerkschaften einstimmig nominiert worden.

Chawla will für soziale Gerechtigkeit kämpfen

Sie wolle für soziale Gerechtigkeit kämpfen, sagte Chawla in ihrer Antrittsrede. Das bedeute zuallererst "eine klare Kante gegen rechts, gegen Rechtspopulismus, gegen Nationalismus, gegen Antisemitismus und gegen Rassismus". Es bedeute aber auch, sich Hamburg leisten zu können, Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit. "Soziale Herkunft darf auch nicht mehr entscheidend sein für die Zukunft", betonte Chawla. Entsprechend müsse die Bildungspolitik ausgerichtet werden. "Natürlich brauchen wir auch gute Arbeit." Das bedeute aber auch sichere Renten, Teilhabe, Mitbestimmung und Tarifverträge. "Wir sind viele und wir sind stark. Diese Power müssen wir weiterhin nutzen", betonte Chawla.

Karger geht nach Berlin

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher verabschiedet sich von der Hamburger DGB-Vorsitzenden Katja Karger auf der Delegiertenkonferenz des DGB Hamburg. © picture alliance / dpa Foto: Ulrich Perrey
Katja Karger wurde von Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher verabschiedet.

Karger - seit 2013 Vorsitzende des DGB Hamburg - stellte sich nicht mehr zur Wahl. Die 52-Jährige will stattdessen im Januar 2022 bei der Wahl für den Vorsitz des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg antreten. Bis zum 27. November bleibt sie noch Geschäftsführerin des DGB Hamburg. Diese Funktion geht bei der Bezirkskonferenz des DGB Nord an Chawla über.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte in seinem Grußwort, der DGB sei eine wichtiger Ansprechpartner für den Senat. "Dazu gehört auch, dass wir uns sehr regelmäßig mit den Vorsitzenden der Hamburger Gewerkschaften unter der Federführung des DGB zusammensetzen." An Karger gewandt sagte er, er bedanke sich im Namen des gesamten Senats sehr herzlich für die Arbeit der vergangenen Jahre. Karger sagte, es sei ein großes Geschenk, wie sich die Zusammenarbeit zwischen den Gewerkschaften und dem DGB entwickelt habe. Die Hansestadt werde sie vermissen, denn sie sei "irgendwie doch mehr Hamburgerin geworden als ich mir das so vorgestellt habe".

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 08.09.2021 | 19:30 Uhr

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