Stand: 20.03.2018 18:07 Uhr

BUND kritisiert immer mehr Fluglärm in Hamburg

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Laut BUND gibt es rund um den Hamburger Airport immer mehr Fluglärm.

Die Umweltschutzorganisation BUND hat die steigende Lärmbelastung rund um den Hamburger Flughafen kritisiert. Bei der Vorstellung des Fluglärmreports 2017 sagte Hamburgs BUND-Geschäftsführer Manfred Braasch am Dienstag, 2017 sei das "lauteste Jahr seit 2003" gewesen. Entgegen den Versprechungen der Politik sei die "Belastungssituation nicht besser, sondern schlimmer" geworden. Im vergangenen Jahr sei es nicht nur lauter geworden, sondern auch die Zahl der verspäteten Starts und Landungen nach 23 Uhr habe deutlich zugenommen.

Immer mehr Nachtflüge

Nach Angaben des BUND gab es 8.404 Flugbewegungen zwischen 22 und 6 Uhr - und damit gut 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Nachtflüge außerhalb der offiziellen Betriebszeit zwischen 23 und 6 Uhr sei um 29 Prozent auf 1.229 gestiegen. Seit 2011 sei die Zahl der Nachtflüge sogar um 63 Prozent gestiegen, sagte der Sprecher des BUND-Arbeitskreises Luftverkehr, Martin Mosel. Die Umweltschützer berufen sich auf Angaben der Hamburger Umweltbehörde.

BUND: Bisherige Instrumente haben nicht funktioniert

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Die Anhebung der Verspätungs- und Lärmzuschläge sowie die Vereinbarungen mit den Fluggesellschaften hätten nichts gebracht, sagte Braasch. "Diese Instrumente haben bislang nachweislich nicht funktioniert", betonte der BUND-Landesgeschäftsführer. Die Lärmbelastung für die Anwohner sei unerträglich, deren Geduld sei ausgeschöpft. "So kann das nicht weitergehen." Der BUND fordert deshalb strikte Verbote für Flüge nach 22 Uhr und für lautere Flugzeuge. Zudem müsse in Fuhlsbüttel die Zahl aller Flüge deutlich sinken.

Deutlich weniger Flüge gefordert

Es müsse insgesamt weniger geflogen werden, sagte Braasch. 68 Prozent der Flüge von und nach Hamburg seien Freizeitflüge, die die Umweltschützer auch als "Spaßreisen" bezeichnen. "Ich möchte nicht der vierköpfigen Familie ihren Sommerurlaub per Flugzeug vermiesen", betonte Braasch. Aber man müsse nicht drei oder vier Mal pro Jahr zum Einkaufen nach Kopenhagen oder London fliegen. Braasch: "Wir fordern, dass man nicht mehr 160.000 Starts und Landungen am Flughafen durchführt. Unsere Vorstellung ist, dass man um 50.000 Flugbewegungen runtergeht."

Bürgerschaft berät über Volkspetition

Im vergangenen Jahr hatte der BUND mehr als 12.000 Unterschriften für eine Volkspetition gesammelt, mit der ein striktes Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr gefordert wird. Der Umweltausschuss der Bürgerschaft will am Donnerstag über die Volkspetition beraten.

Eine Sprecherin des Flughafens betonte, dass Flüge in der Zeit von 23 bis 24 Uhr zulässig seien und im Rahmen der Verspätungsregelung stattfänden. Diese sei ein wichtiger Bestandteil der Betriebsgenehmigung am Hamburg Airport. Oft reiche schon eine kleine Verzögerung, zum Beispiel durch ein Unwetter, eine technische Störung oder einen medizinischen Notfall, um eine Verspätung herbeizuführen. "Am Ende dieser Kette stehen die Passagiere, die trotz der Verzögerung an ihrem Zielort ankommen möchten", sagte die Sprecherin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.03.2018 | 14:00 Uhr

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