Stand: 12.12.2018 06:23 Uhr

BUND fordert Ausbaustopp am Flughafen

Über den Ausbau des Hamburger Flughafens gibt es neuen Streit. Konkret geht es um das provisorische Abfertigungsterminal auf dem Vorfeld, das derzeit errichtet wird, und die neue Pier Süd, die bis 2024 gebaut werden soll. Die Naturschützer vom BUND haben von einem Experten errechnen lassen, dass damit jedes Jahr zehn Millionen Fluggäste mehr abgefertigt werden können - das wären 48 Prozent mehr als heute. Der Flughafen geht nur von acht Millionen Passagieren mehr aus. Der damit verbundene Lärm und der erhöhte CO2-Ausstoß erzwinge ein Planfeststellungsverfahren, sagt BUND-Hamburg-Chef Manfred Braasch. Ein sofortiger Ausbaustopp sei notwendig.

BUND will Rücktritt des Flughafenchefs

"Die Bevölkerung und die Umweltverbände sind nicht eingebunden worden, und das ist einer der großen Kritikpunkte Richtung Flughafen", sagt Braasch und spricht von 150 bis 200 zusätzlichen Flugzeugen am Tag. Rund 500 Starts und Landungen erleben die Anwohner des Flughafens bereits heute täglich. Er fordert die Entlassung von Hamburgs Flughafenchef Michael Eggenschwiler. "Wir fordern, dass Herr Eggenschwiler vom Vorsitz der Geschäftsführung des Hamburger Flughafens abberufen wird, weil diese Informationspolitik passt nicht mehr in diese Zeit. Das muss anders werden", sagte Braasch.

Eggenschwiler wehrt sich gegen den Vorwurf, das Ausmaß des Flughafen-Ausbaus verschleiert zu haben. "Das ist mir wichtig zu betonen, dass wir bei allen unseren Projekten immer sehr transparent waren. Wir haben immer informiert, was wir tun." Die Pläne seien bekannt. "Es ist natürlich das Recht der Leute zu reisen, zu fliegen. Wir sehen, dass die Mobilität zunimmt - und darauf richten wir uns ein." Die BUND-Rechnung von 150 bis 200 zusätzlichen Flügen täglich hält er für Unsinn, weil die Flugzeuge immer größer werden und besser ausgelastet seien.

Fluggesellschaften kritisieren ebenfalls den Ausbau

Auch die Fluggesellschaften sind unzufrieden mit dem geplanten Ausbau, wenn auch aus anderen Gründen. Nach Ansicht des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) sind 18 neue Gates zu viel, weil die Airlines zu hohe Gebühren fürchten.

"Wir rechnen mit einem jährlichen Passagier-Zuwachs von 2,25 Prozent", sagt hingegen Flughafen-Sprecherin Katja Bromm. Und das sei noch zurückhaltend geschätzt, habe die Zahl der Fluggäste doch im vergangenen Jahr um acht Prozent zugenommen. Wenn man die 2,25 Prozent bis zum Jahr 2035 hochrechnet, käme der Flughafen auf 26 Millionen Fluggäste pro Jahr, noch sind es knapp 18 Millionen. Diese 26 Millionen Fluggäste könnte man auch mit nur zehn zusätzlichen Gates bewältigen, sagt der BDF.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.12.2018 | 06:00 Uhr

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