Stand: 21.12.2018 14:12 Uhr

Asklepios Klinik wird digital

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In der Asklepios Klinik Wandsbek werden Befunde nun digital gespeichert.

Bei der morgendlichen Patienten-Visite in der Asklepios Klinik Wandsbek gibt es einen neuen Kollegen - den Kollegen Computer. Sämtliche Befunde sind dort digital gespeichert - Ärzte und Pflegekräfte haben also alle Daten sofort im Blick.

Was in vielen anderen Branchen schon längst die Regel ist, setzt sich in Krankenhäusern erst langsam durch, sagt der Digitalisierungs-Chef von Asklepios, Henning Schneider: "Wenn man in die Klinik guckt, hat man tausende von Papier-Formularen, und wir versuchen das jetzt auf 60 digitale Formulare herunterzubrechen, die einheitlich gleich funktionieren. Und das ist die tatsächliche Herausforderung, wenn man digitalisiert im Gesundheitswesen im klinischen Umfeld." Ein Krankenhaus sei wesentlich komplexer als eine Autofabrik - deshalb dauere die Digitalisierung hier auch länger, so Schneider.

Ein Nebeneinander von Papier und Gespeichertem

Erste Erfahrungen mit der elektronischen Patientenakte hatte Asklepios in seiner Klinik in Hamburg Rissen gesammelt - in Wandsbek wurde sie nach langen Vorbereitungen dann von einem Tag auf den anderen eingeführt. Größere Probleme gab es dabei nicht, das bestätigt auch die Gewerkschaft verdi auf Nachfrage von NDR 90,3. Auch andere große Krankenhäuser sind inzwischen dabei, auf die elektronische Patientenakte umzustellen - bislang gibt es in vielen Häusern ein Nebeneinander von Papierakten und digital gespeicherten Befunden.

Ein erster Schritt in Sachen Digitalisierung

Vorreiter in Sachen Digitalisierung war das Universitätsklinikum Eppendorf: Als europaweit erstes Krankenhaus hatte es schon im Jahr 2009 die papierlose Akte eingeführt. Die Klinik in Wandsbek und das UKE haben damit aber erst den ersten Schritt in Sachen Digitalisierung geschafft. Als größte Herausforderung gilt, dass die Patientendaten auch zwischen den Krankenhäusern oder mit Arztpraxen ausgetauscht werden können. Dafür müssen aber erst noch sichere Datenschutz-Lösungen gefunden werden.

Noch also dürfen die digitalen Patientenakten das Krankenhaus in Wandsbek nicht verlassen - nur die Ärzte dort haben darauf Zugriff. Jeder Zugriff wird übrigens auch erfasst - damit ist auch im Nachhinein immer klar, wer sich wann welche Befunde und Diagnosen angesehen hat, so Asklepios.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.12.2018 | 14:00 Uhr

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