Stand: 31.01.2019 13:33 Uhr

"Alter Schwede": Gold und Graffiti kommen runter

Eine Online-Petition hat nichts genützt: Der "Alte Schwede" darf seine Goldfarbe nicht behalten. Einen Monat, nachdem Unbekannte den Findling am Hamburger Elbufer mit Farbe besprüht hatten, haben Arbeiter am Donnerstag damit begonnen, den Stein zu reinigen. Die Säuberungsaktion dauert allerdings länger als angenommen: Etwa eine Woche brauche man, bis der Stein von der Farbe befreit sei, sagte einer der Arbeiter NDR 90,3.

Mit Graffiti besprüht

Der Glanz vergangener Tage ist inzwischen sowieso passé, weil die goldene Lackfarbe durch die Witterung verblasst ist. Zudem haben Unbekannte in den vergangenen Tagen dem Stein zusätzlich mit Graffiti zugesetzt. Rundherum auf dem riesigen Findling am Elbstrand in Övelgönne sind bunte Symbole aufgesprüht worden - auch politische Botschaften, wie eine Sprecherin der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) sagte. Was der Einsatz kostet, ist ebenso unklar wie die Frage, ob die Farbe giftig ist.

Vom Grauling zum Gold-Star und zurück

"Alter Schwede" wurde zum Selfie-Hotspot

Kurz nach Silvester hatten Unbekannte nahezu den kompletten Findling am Elbstrand vergoldet. Bis jetzt hat sich niemand dazu bekannt. Tausende Hamburger und Besucher pilgerten zum Elbstrand - auch um sich mit dem Riesen fotografieren zu lassen. Im Internet wurde eine Online-Petition gestartet, die bewirken wollte, dass der Stein dauerhaft golden bleibt. Auch bei einer Online-Abstimmung von NDR.de hatten sich mehr als 80 Prozent der Teilnehmer dafür ausgesprochen, die goldene Farbe auf dem Stein zu belassen.

Daraus aber wird nun nichts. Der "Alte Schwede" ist mit einer Spezialgrundierung versiegelt, sodass die Farbe vollständig entfernt werden kann.

Der mit goldener Farbe angesprühte Findling "Alter Schwede" liegt am Hamburger Elbstrand © dpa Foto: Axel Heimken Der mit goldener Farbe angesprühte Findling "Alter Schwede" liegt am Hamburger Elbstrand - und hat Farbe verloren © dpa Foto: Axel Heimken

Seit der Jahrtausendwende am Elbstrand

Der Findling war während einer Eiszeit vor etwa 400.000 Jahren aus Mittelschweden nach Norddeutschland gerutscht. Er wurde im September 1999 bei Baggerarbeiten zur Elbvertiefung gefunden. Ein Schwimmkran barg den Felsen aus dem Fluss und brachte ihn an den Hamburger Elbstrand. Dort wurde er am 6. Juni 2000 auf den Namen "Alter Schwede" getauft. Im Jahr 2001 wurde er als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Der Findling darf somit nicht zerstört, beschädigt oder verändert werden.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.01.2019 | 13:00 Uhr

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