Stand: 12.07.2020 14:39 Uhr  - Hamburg Journal

Als das Skateboard nach Hamburg kam

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Die erste öffentliche Skateboard-Bahn Europas gab es in Hamburg-Bergedorf.

Als die Skateboard-Welle in den 1970er-Jahren nach Hamburg schwappte, trieb es die Jugendlichen auf die Bretter - und auf die Straße. Denn woanders konnte man nicht skaten - spezielle Parks gab es nicht. Im Sommer 1980 machte eine Nachricht im Radio die Runde: "In Hamburg-Bergedorf ist am Nachmittag die erste öffentliche Skateboard-Bahn Europas eingeweiht worden."

Die erste öffentliche Skaterbahn

In Barmbek gab es vorher schon eine privat betriebene Bahn, die Anlage im Bezirk Bergedorf aber wurde von der Stadt gebaut - speziell für Skateboarder. "Man wusste überhaupt nicht, was einen erwartet. Und ich weiß noch, dass es wahnsinnig voll war, es war proppenvoll. Und viele ältere, richtig gute Skateboarder. Und da hieß es erst mal, alles auf sich wirken lassen und schauen. Zuschauen vor allem", sagt Robert Wolff.

Vor 40 Jahren: Skateboard-Park in Hamburg

Hamburg Journal -

Im Sommer 1980 wurde der erste öffentliche Skateboard-Park Europas in Hamburg eröffnet. Robert Wolf war damals elf Jahre alt und dabei. Er skatet noch heute.

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Vom Zuschauer zum Skater

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Robert Wolff fährt noch heute Skateboard.

Er wohnte um die Ecke, war elf Jahre alt - und Skateboarder. "Ich muss einer von denen gewesen sein, die am Rand standen und den Großen gespannt zugeschaut haben", sagt er. Mit dem Zuschauen hat sich Robert nicht lange aufgehalten. Er wurde ziemlich schnell ein ziemlich guter Skater. Lieblingsdisziplin: Halfpipe.

Eröffnung vor 40 Jahren

Angefangen hat alles mehr oder weniger hier in Lohbrügge-Nord. Heute sieht der Park ganz anders aus, als noch zur Eröffnung vor 40 Jahren. Ursprünglich bestand der von der Bergedorfer Gartenbauabteilung errichtete Park aus drei miteinander verbundenen Mulden. Kosten: 35.000 Mark. "Alles Asphalt. Kein Beton. Die Oberfläche von Beton fährt sich viel besser als Asphalt, viel glatter. Aber man hat das genommen, was man gekriegt hat damals", sagt Wolff.

Eine neue Bretter-Welt

Sein erstes Board hatte er sich noch selbst gebaut. Im Skate-Park eröffnete sich ihm dann eine neue Bretter-Welt. "Diese breiten Bretter, da haben wir hingeschielt, wo haben die die her. Das gibt’s doch wohl gar nicht. Die fahren doch sonst nur die Amerikaner", erinnert sich Wolff. Die Amerikaner hatten das Ganze ja auch erfunden. In Kalifornien übertrugen sie das Wellenreiten auf die Straße: Asphalt-Surfen. 

Angst vor Zusammenstößen

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Die ersten Skater übten sich im Hochsprung und Handstand.

Als das Skateboard auch in Deutschland Mode wurde, übte man sich zunächst im Hochsprung oder im Handstand. Die Stadt mit ihren Straßen, Treppen, Stufen und Kanten wurde zum Hindernisparcours. Ein Grund für den Bau des Skate-Parks damals war auch die Angst vor Zusammenstößen mit Fußgängern. Denn die jungen Skateboarder hatten im hügeligen Gelände der "Grünen Mitte" perfekte Rennstrecken entdeckt.

Der eigene Stil

"Klar war das ein Lebensgefühl. Jeder mit seinem Stil, jeder machte das so, wie es ihm gefiel. Und das ist auch heute noch so und so soll es auch sein" sagt Wolff. Er ist dem Skateboard auch mit 51 noch treu. Er baut sogar eigene Bretter.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 12.07.2020 | 19:30 Uhr

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