Stand: 14.02.2019 17:55 Uhr

Airbus gibt den A380 auf

Der Airbus-Konzern beendet die Produktion des Riesenjets A380. Die letzte Auslieferung sei für 2021 geplant, teilte der Flugzeugbauer am Donnerstag in Toulouse mit. Nachdem die arabische Fluggesellschaft Emirates ihre Bestellung reduziert habe, gebe es keine Grundlage mehr für eine Fortsetzung des Prestige-Projektes. "Die heutige Ankündigung ist schmerzlich für uns", sagte Airbus-Konzernchef Tom Enders. Der Passagierjet werde aber noch viele Jahre lang am Himmel unterwegs sein.

Tausende Stellen in Gefahr

Airbus will in den nächsten Wochen Gespräche mit den Sozialpartnern "bezüglich der 3.000 bis 3.500 Stellen" aufnehmen, die in den kommenden drei Jahren betroffen sein könnten. In Hamburg sind es geschätzt etwa ein Drittel davon. Es werde aber zahlreiche Möglichkeiten für interne Stellenwechsel geben, sagte Airbus-Chef Enders.

Werkverträgler und Leiharbeiter bangen um Jobs

Bis Ende 2020 sind in den deutschen Werken Kündigungen in der Stammbelegschaft aufgrund einer Vereinbarung mit der IG Metall ausgeschlossen. Vor allem Werkverträgler und Leiharbeiter werde das Ende der A380-Produktion treffen, sagte Emanuel Glass von der IG Metall in Hamburg im NDR Fernsehen. Durch den Wegfall der Arbeit werde es voraussichtlich auch Probleme bei den Zulieferern geben. Die Gewerkschaft rief Airbus und die Zulieferer-Firmen auf, "alles dafür zu tun, dass die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in anderen Programmen weiterbeschäftigt werden".

IG Metall: Entscheidung ist nachvollziehbar

"Es ist schade um den schönen Flieger", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. "Aber die Entscheidung des Vorstands ist nachvollziehbar, da sich die A380 nicht verkauft." Durch den Hochlauf in anderen Programmen habe Airbus weiterhin gut zu tun. Die Beschäftigten hätten an den norddeutschen Standorten durch die Modelle A320, A330 und A350 reichlich Arbeit. In Hamburg-Finkenwerder werden große Teile des Rumpfes gebaut. Außerdem bekommt der A380 hier seine Inneneinrichtung, die Maschinen werden lackiert. Aus Stade stammen die Seitenleitwerke, aus Bremen die Landeklappen.

"In Bremen sind in der Produktion und der Entwicklung schätzungsweise bis zu 80 Kolleginnen und Kollegen betroffen", sagte Betriebsratschef Jens Brüggemann am Donnerstag. "Wir sehen keinen Grund, dass diese Mitarbeiter in Bremen nicht weiter mit Arbeit versorgt werden können." Die letzte Landeklappe dürfte in Bremen Ende 2020 gefertigt werden.

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Emirates erhält noch 14 Maschinen

Emirates ist einer der größten A380-Kunden. Die Fluggesellschaft habe beschlossen, die A380-Bestellungen von 162 auf 123 Maschinen zu reduzieren. Dabei würden in den kommenden zwei Jahren noch 14 verbleibende A380 in Empfang genommen.

Große Nachfrage beim A320

In Hamburg steigert der Flugzeugbauer gerade die Produktion des Mittelstreckenjets A320, für den die Nachfrage besonders groß ist. Außerdem steigt die Zahl der Bestellungen für den Langstreckenflieger A350, an dem ebenfalls die Werke in Hamburg und Stade beteiligt sind. Der größte A380-Kunde Emirates hat einenTeil seiner A380-Bestellungen umgewandelt und setzt auf die flexibleren A350-Modelle.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.02.2019 | 17:00 Uhr

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