Stand: 14.10.2018 14:32 Uhr

Absage an Hamburger CDU: Özkan tritt nicht an

Die Spitzenkandidatur der Hamburger CDU für die Bürgerschaftswahl 2020 ist wieder offen: Die von CDU-Parteichef Roland Heintze und Fraktionschef André Trepoll vorgeschlagene Kandidatin für das Bürgermeisteramt, Aygül Özkan, hat abgesagt.

"Prioritäten anders setzen"

Das sei kein einfacher Entschluss gewesen, teilte Özkan zu ihrem Verzicht auf die CDU-Spitzenkandidatur mit. "Es gibt Momente im Leben, in denen man innehält, Ereignisse und bisherige Pläne überdenkt und neu bewertet. In der Folge musste ich meine Prioritäten anders und neu setzen", schrieb die 47-jährige Hamburgerin mit türkischen Wurzeln in einer E-Mail an die Parteispitze. Sie dankte Heintze und Trepoll für das Vertrauen.

Bereits vor der Bekanntgabe ihrer möglichen Kandidatur war bekannt geworden, dass Özkan schwer erkrankt ist. Heintze und Trepoll müssen jetzt einen neuen Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl 2020 suchen. Am Montagabend trifft sich dazu der Landesvorstand, am kommenden Wochenende gibt es eine Klausurtagung der Hamburger Christdemokraten.

CDU-Spitze: Bedauern und Verständnis

Parteichef Heintze teilte mit, dass er die Entscheidung sehr bedauere, "aber ihre gesundheitliche Genesung geht vor". Fraktionschef Trepoll dankte Özkan für ihre ursprüngliche Bereitschaft, als Spitzenkandidatin anzutreten. "Als CDU schauen wir nach vorne, denn das Ziel bleibt klar: Wir wollen 2020 wieder Regierungsverantwortung übernehmen", erklärte Trepoll.

Erste türkischstämmige Ministerin

Die gebürtige Hamburgerin Özkan schaffte 2008 den Einzug in die Hamburgische Bürgerschaft und wurde zur stellvertretenden CDU-Landesvorsitzenden gewählt, bevor sie 2010 in Niedersachsen das Amt der Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration übernahm. Sie war damit die erste türkischstämmige Ministerin muslimischen Glaubens in Deutschland. Nach der Wahlniederlage der CDU im Februar 2013 musste sie ihr Amt in Niedersachsen aufgeben. Die Juristin wechselte im Anschluss zur Deutsche-Bank-Tochtergesellschaft DB Kredit Service in Berlin. Dort wurde sie Geschäftsführerin. Mitte August hatten Heintze und Trepoll sie für die Spitzenkandidatur für die Bürgerschaftswahl 2020 vorgeschlagen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.10.2018 | 11:00 Uhr

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