Stand: 14.04.2019 13:02 Uhr

A7-Deckel: Tunnel-Eröffnung sorgt für mehr Ruhe

Nach rund 50 Jahren mit Autobahnlärm verschafft ein Betondeckel über der A7 in Hamburg-Stellingen den Anwohnern seit heute Ruhe. Vier Tage nach dem Verkehr in Richtung Norden werden nun auch die Fahrzeuge in Richtung Süden durch die knapp 900 Meter lange Tunnelröhre geleitet. Eine Anwohnerinitiative feierte die Ruhe zusammen mit Vertretern der Projektgesellschaft Deges und dem Hamburger Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof. "Das ist ein großer Tag für die Menschen, die hier wohnen", sagte er.

Autos fahren bei der Einweihung erstmals durch den A7-Deckel in Stellingen.

A7-Deckel eingeweiht: Der Autolärm hat ein Ende

Hamburg Journal -

Nach drei Jahren Bauzeit können die ersten Fahrzeuge durch den Stellinger A7-Deckel fahren. Bei den Anwohnern ist die Freude groß. Nun beginnt der Bau der Westseite des Tunnels.

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Arbeiten noch nicht abgeschlossen

Die Arbeiten zum achtspurigen Ausbau der A7 sind damit noch längst nicht abgeschlossen. In Stellingen soll bis Ende nächsten Jahres eine zweite Tunnelröhre entstehen. Nach Fertigstellung der zweiten Röhre Ende 2020 soll auf dem Lärmschutzdeckel eine Grünfläche entstehen. Schrebergärtner werden dort Bäume pflanzen und Lauben bauen können. Unten drunter nimmt jede Röhre dann je vier Fahrspuren auf.

Zudem müssen Lärmschutzwände am südlichen Tunnelportal neu gebaut werden. Die ansonsten viel befahrene Auffahrt Stellingen in Richtung Hannover wird darum bis August geschlossen bleiben.

Autobahn war tagelang nachts gesperrt

Für die Änderung der Verkehrsführung war die Autobahn in der vergangenen Woche mehrmals voll gesperrt. Autofahrer mussten zwischen Eidelstedt und Volkspark einer Umleitung folgen. Eine für Freitagnacht geplante Vollsperrung der Autobahn 7 in Richtung Süden war von der Verkehrsbehörde kurzfristig abgesagt worden, weil die Arbeiten zur Verlegung der Fahrspuren in den vorangegangenen Nächten schneller vorangekommen waren als geplant.

Bei dem Milliardenprojekt - allein der Stellinger Deckel mit anschließender Überführung der Bahngleise am Volkspark kostet rund 300 Millionen Euro - geht es aber nicht bloß um die Lebensqualität der Anwohner. Eine der meistbefahrenen Autobahnabschnitte Deutschlands mit über 150.000 Fahrzeugen täglich soll noch mehr Verkehr aufnehmen können. Auf acht Spuren sollen die Autos zwischen Hamburg-Moorburg und dem Dreieck Nordwest rollen.

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Anwohner aus Stellingen "verabschieden" den A7-Verkehr in den Lärmschutztunnel.
Früher war es in Stellingen grüner

In der Vergangenheit war die Verkehrsplanung in Hamburg weniger vorausschauend. Als die ersten Bewohner in den 1950er-Jahren nach Stellingen zogen, sei dort das "Wohnen im Grünen" angepriesen worden, sagte der Gründer der Bürgerinitiative, Ernst Günther Josefowsky. Wiesen und Felder prägten das Gebiet. Dann sei eine zweispurige Umgehungsstraße gebaut worden, die 1968 zur Autobahn erklärt worden sei. Anfang der 70er-Jahre kam die sechsspurige Trasse.

Jetzt stört nur noch der Fluglärm

Vorerst ist die Freude über die wiedergewonnene Ruhe in Hamburg-Stellingen groß, auch wenn die Stille keineswegs perfekt ist. Während die Anwohner mit Planern, Ingenieuren und Staatsrat mit Sekt der Sonderedition "Stellingen sagt Danke" anstoßen, unterbricht der Lärm landender Flugzeuge alle paar Minuten die Festansprachen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 14.04.2019 | 13:00 Uhr

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