Stand: 03.12.2019 21:14 Uhr

Bündnis sammelt für neues Seenotrettungsschiff

Das Bündnis hat seine Pläne am Dienstag auf der Flussschifferkirche in Hamburg vorgestellt.

Ein neues Bündnis aus Evangelischer Kirche, verschiedenen Kommunen, Vereinen und Initiativen will ein weiteres Schiff zur Seenotrettung von Schutzsuchenden ins Mittelmeer schicken. Der Zusammenschluss nennt sich "United4 Rescue - Gemeinsam Retten" und umfasst derzeit knapp 60 Organisationen. Mit dabei: Ärzte ohne Grenzen, die Deutsche Seemannsmission und die sizilianische Stadt Palermo.

Flussschifferkirche.

Bündnis plant Rettungsschiff für Flüchtlinge

Hamburg Journal -

Ein Bündnis aus rund 60 Organisationen mit dem Namen "United4 Rescue" will ein Schiff kaufen und zur Flüchtlingsrettung ins Mittelmeer schicken. Auch die Evangelische Kirche macht mit.

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Sea-Watch soll Rettungsmission ausführen

Bis zu eine Million Euro will das Bündnis für ein Schiff ausgeben. Möglichst ab Frühjahr 2020 soll es in See stechen. Ausgeführt werden soll die Mission auf dem Mittelmeer von den Seenotrettern von Sea-Watch.

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Für die Mission will das Bündnis womöglich die "Poseidon" kaufen. (Archivbild)

Als mögliches Seenotrettungsschiff komme das Kieler Forschungsschiff "Poseidon" infrage, sagte Sea-Watch-Sprecher Michael Schwickart. Das Schiff des Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Geomar werde in einem Bieterverfahren verkauft. Ob das Bündnis den Zuschlag erhalte, sei aber noch ungewiss.

Bündnis will auch faire Asylverfahren

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) und Leoluca Orlando, Bürgermeister von Palermo, stellten am Dienstag in Hamburg die Pläne vor und startete die Spendenkampagne. Die Ziele des Bündnisses seien neben der Seenotrettung und deren Entkriminalisierung auch faire Asylverfahren. Wenn Menschen in Not seien, müsse geholfen werden, erklärte Bedford-Strohm.

Impuls kam vom Evangelischen Kirchentag

Im Juni hatte der Deutsche Evangelische Kirchentag beschlossen, ein Schiff zur Seenotrettung ins Mittelmeer zu schicken. Laut Schätzungen der UNO-Flüchtlingshilfe sind in den letzten fünf Jahren etwa 15.000 Menschen bei der Überfahrt von Nordafrika nach Europa gestorben oder verschollen.

Probleme bei der Aufnahme der Flüchtlinge

Im Mittelmeer sind mehrere Hilfsorganisationen immer wieder mit eigenen Rettungsschiffen unterwegs. Italien und Malta als nächste Anrainerstaaten verweigern regelmäßig die Einfahrt in ihre Häfen. Die geretteten Menschen an Bord müssen deswegen meist tagelang auf den Schiffen ausharren, bis sich genug europäische Staaten zu ihrer Aufnahme bereiterklären. Über eine dauerhafte Lösung wird in der EU seit langem diskutiert.

Weitere Informationen
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Für die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer gibt es noch immer keine europaweite Lösung. Wie unterstützen Städte in Norddeutschland die Arbeit der Hilfsorganisationen? (12.09.2019) mehr

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.12.2019 | 14:00 Uhr

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