Stand: 03.08.2019 20:52 Uhr

200.000 Menschen beim CSD in Hamburg

Zum Abschluss der Pride Week haben nach Angaben der Polizei am Sonnabend etwa 200.000 Menschen an der alljährlichen Christopher-Street-Day-Demonstration in Hamburg teilgenommen. Rund 90.000 seien bei der Demo mitgelaufen, ungefähr 110.000 Zuschauer hätten an der Strecke gestanden, so die Beamten. Die Veranstalter zählten etwa 240.000 Teilnehmer. "Damit konnte der Teilnehmerrekord aus dem vergangenen Jahr übertroffen werden", teilte Hamburg Pride e.V. mit.

Motto: "Grundsätzlich gleich - für eine bessere Verfassung"

Die Demo stand in diesem Jahr unter dem Motto "Grundsätzlich gleich - für eine bessere Verfassung". Die Teilnehmer forderten vor allem, dass die sexuelle Orientierung und die geschlechtliche Identität in das Diskriminierungsverbot (Artikel 3) im Grundgesetz aufgenommen werden. Bei der CSD-Demonstration gehe es darum, Sichtbarkeit zu zeigen, sagte Stefan Mielchen, Vorsitzender von Hamburg Pride e.V., im Gespräch mit NDR 90,3. "Nur wenn man sichtbar ist, wird man wahrgenommen."

CSD-Demonstration in Hamburg

Brand auf Umzugswagen ausgebrochen

Auf einem der Umzugswagen auf der Langen Reihe brach am frühen Nachmittag ein Feuer aus. Die Demo wurde daraufhin gestoppt, ging aber nach einer Weile wieder weiter. Zwischen Fahrerraum und Ladefläche des betroffenen Wagens waren Flammen aufgestiegen, wie Beobachter schilderten. Die Polizei sicherte das Areal rund um den brennenden Lkw. Der Brand entstand auf dem "Queer Refugees Support"-Wagen. Einige aus dieser Gruppe versuchten zuerst, die Flammen mit Feuerlöschern zu bekämpfen. Dann waren mehrere Feuerwehrwagen im Einsatz, die den Brand schließlich löschen konnten. "Als unsere Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, stellten sie fest, dass auf der Ladefläche des Lkw Dekorationsartikel und ein Stromgenerator in Flammen standen", sagte Feuerwehrsprecher Torsten Wesselly. Zwei Demo-Teilnehmer wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftungen in Krankenhäuser gebracht, zwei weitere Leichtverletzte blieben vor Ort.

Tschentscher und Fegebank führten Tross an

Insgesamt 71 Trucks, Fußgruppen und kleinere Lkw bahnten sich ihren Weg durch die in Teilen abgesperrte Innenstadt. Darunter waren zahlreiche Gruppen der LSBTIQ-Community, eine Jugendgruppe aus Hamburgs Partnerstadt St. Petersburg sowie Parteien und Unternehmen. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) führten den Tross an. Zum ersten Mal war in diesem Jahr auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Hamburg dabei, der sich mit einem eigenen Wagen an der Demonstration beteiligte. "Gewerkschaften stehen für Vielfalt und Solidarität. Wir wollen eine Gesellschaft ohne Diskriminierung, sei es am Arbeitsplatz oder auf der Straße", teilte Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger am Donnerstag mit. Die Demonstration stellte den Höhepunkt der Pride Week dar, die mit einer Vielzahl an Aktionen auf die Rechte von Homosexuellen, Bisexuellen und Transgenders aufmerksam gemacht hat.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.08.2019 | 15:00 Uhr

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