100 Jahre Herbertstraße, Menschen besichtigen die Straße. © NDR Foto: Petra Volquardsen

100 Jahre Herbertstraße: Zur Feier für alle geöffnet

Stand: 02.10.2022 18:10 Uhr

Die Herbertstraße feiert ihren 100. Geburtstag. Deshalb haben am Sonntag tagsüber auch Frauen und Jugendliche Zutritt gehabt.

Üblicherweise sollen Frauen und Minderjährige die Herbertstraße auf St. Pauli nicht betreten. Zum 100. Geburtstag jedoch stand sie für einen Tag allen offen. Es gab eine Ausstellung mit Informationen, Einblicken rund um die wohl berühmt-berüchtigste Straße Hamburgs und zum Thema Sexarbeit sowie Führungen durch die Herbertstraße. Dazu Lesungen, Konzerte und eine Präsentation historischer Sexspielzeuge. Am frühen Nachmittag herrschte Andrang, auch viele Frauen zeigten sich interessiert.

Nazis stellten Sichtblenden auf

Die Herbertstraße ist kaum mehr als 60 Meter lang. Seit Beginn der Bebauung im 19. Jahrhundert hat sie sich von einer kleinen Ansammlung mehrerer Prostitutionsstätten hin zu einem der bekanntesten Straßenstriche des Landes entwickelt. Zur Zeit des Nationalsozialismus galt ein striktes Verbot von Prostitution - mit Ausnahme der Herbertstraße, an deren beiden Zugängen damals Sichtblenden errichtet wurden.

Zutritt sonst nur für Männer

Die dort an den Sperrblenden angebrachten Schilder wurden in den 70er-Jahren auf Wunsch der Prostituierten durch den Hinweis ergänzt: "Zutritt für Männer unter 18 und Frauen verboten!". Heute bieten in dem Straßenbereich inmitten der Amüsiermeile von St. Pauli nach Angaben des Berufsverbands für erotische und sexuelle Dienstleistungen etwa 250 Menschen Sex an.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 02.10.2022 | 11:40 Uhr

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